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Bochum. Automobilhersteller stehen vor der Herausforderung den Verschleiß von Bauteilen zu analysieren, um Anpassungen und Optimierungen vornehmen zu können. Für solche Verschleißanalysen von Achsgelenken neu entwickelter Kraftfahrzeuge benötigte der Automobilhersteller, die BMW Group, bisher vier unterschiedliche Prüfstände. Damit ist jetzt Schluss. Die Bochumer Car Synergies GmbH, Tochterunternehmen des Ingenieurdienstleisters Brunel GmbH, entwickelte für die BMW Group ein weltweit neuartiges Prüfsystem. Dieses ermöglicht die Durchführung von bis zu sieben Einzelmessungen an ein und demselben Prüfstand. Das spart Zeit und Kosten. Der so genannte Reibmoment- und Elastizitätsmess-Prüfstand (REMP) unterstützt die BMW Group bei der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung von Achsgelenken.
Vier Jahre arbeiteten die Spezialisten der Car Synergies GmbH an dem Prototypen, ehe er jetzt im eigenen Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) der BMW Group in München in Betrieb genommen werden konnte. Die Herausforderung für Car Synergies lag darin, die Merkmale der bisherigen vier Prüfstände miteinander zu vereinbaren. Bislang waren die Prüfstände je nach Messung robust und schwerfällig oder filigran und hochgenau. Der neue Prüfstand vereint all diese Eigenschaften. „Durch den REMP lassen sich Reibmoment- und Elastizitätsmessungen in Kombination vornehmen. Dazu war vorher ohne Demontage des Prüflings kein Prüfstand in der Lage,“ sagt Georg Unterreitmeier, zuständiger Projektleiter im FIZ. „Die Prüfteile können hier in der Position montiert werden, die sie auch am Fahrzeug einnehmen,“ ergänzt Peter Bolz, Geschäftsleiter der Car Synergies GmbH. Dies erleichtert die Arbeit der Techniker: Die Komponenten werden aus dem Fahrzeug ausgebaut, vermessen, wieder eingebaut und danach weiter verwendet. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Messpräzision. Peter Bolz: „Die Toleranzen bewegen sich im Hundertstel-Millimeter-Bereich.“ Zusätzlich ist der Prüfstand mit einer speziellen Universaladaption ausgestattet. Diese ermöglicht die Anpassung der Komponenten an alle verschiedenen Prüflinge, egal ob diese vom MINI, BMW 3er oder Rolls-Royce stammen. „Sobald sich der Prüfstand bei der BMW Group bewährt hat, wird der Prototyp bei weiteren Herstellern und Zulieferern von Achsgelenken auf Interesse stoßen“, ist sich Peter Bolz sicher.