Formula Student Germany: Münchener Rennteam will unter die Top 5

Hochschulstudenten treten mit eigenem Wagen gegen 77 Mannschaften aus aller Welt an

München. 78 Teams, acht Disziplinen, ein Ziel: Vom 5. bis zum 9. August steht der Hockenheimring (Baden-Württemberg) erneut im Zeichen der Formula Student Germany (FSG). Studenten aus der ganzen Welt treten hier in selbst konstruierten und gebauten Rennwagen gegeneinander an, um den Titel Formula Student Germany Champion zu holen. Mit dabei: municHMotorsport e. V., das Team der Hochschule München. „Wir finden es großartig, dass eine Mannschaft aus unserer Region bei diesem renommierten Wettbewerb antritt“, sagt Mario Gerl, Münchener Niederlassungsleiter der Brunel GmbH, einem der führenden deutschen Ingenieurdienstleister. Brunel ist seit 2006 Sponsor der FSG und unterstützt municHMotorsport 2009 zum ersten Mal. „Die FSG wird vom VDI, dem Verband Deutscher Ingenieure, ausgerichtet und ist eine hervorragende Praxisübung für die Nachwuchs-Ingenieure“, begründet Gerl das Engagement.

Die Mannschaft aus München hat sich zum Ziel gesetzt, unter den besten fünf zu landen. Die erste große Aufgabe haben die Studenten bereits gemeistert: Die Anmeldung zu dem Event selbst. Hier mussten die Teams schon rund acht Monate vor dem Startschuss ihre Schnelligkeit demonstrieren, denn nur acht Sekunden nachdem die Online-Registrierung für das Rennen freigeschaltet wurde, waren die 78 Startplätze vergeben.

Die Disziplinen, die das rund 80-köpfige Team municHMotorsport um Marketing Direktor Markus Or-tenburger absolvieren muss, verlangen den Studenten neben technischem Fachwissen und handwerklichem Geschick auch Disziplin sowie Ausdauer ab. In den drei so genannten statischen Disziplinen müssen die Konstruktion des Wagens, der Kostenplan sowie ein Businessplan für einen serienmäßigen Bau ihres Boliden präsentiert werden. „Eine sinnvolle Ergänzung zu den rein praktischen Disziplinen“, lobt Niederlassungsleiter Gerl, „denn dass es in der Wirtschaft nicht nur um die bloße Technik geht sondern auch um Budgets und Marketingstrategien, wird im Ingenieurstudium häufig vernachlässigt.“ Der Schwerpunkt der FSG liegt dennoch auf den fünf technischen Disziplinen: Auf der Rennstrecke müssen die Wagen ihre Schnelligkeit, Ausdauer und Sparsamkeit ebenso unter Beweis stellen, wie das Fahrverhalten auf unterschiedlichen Streckenverläufen.

Seit rund 14 Monaten planen und tüfteln die Münchner Studenten der Fahrzeug- und Elektrotechnik, des Maschinenbaus, Wirtschaftsingenieurwesens und der Betriebswirtschaftslehre an ihrem PW 4.09. „Dieser Wagen ist eine Weiterentwicklung unserer alten Fahrzeuge“, erklärt Markus Ortenburger. Was den PW 4.09 sowohl von seinen Vorgängermodellen als auch von den Mitbewerbern unterscheidet, sind seine tiefgezogenen Räder und die mit einem speziellen Gummi bearbeitete Carbon Crash Nase. Beide Entwicklungen reduzieren das Gewicht des Boliden. Das Gummi im Carbon verbessert das Splitterverhalten beim Crash Test. Die größten Herausforderungen der Saison 2009 waren die Integration eines neuen Motorsteuergeräts sowie das Anpassen eines Gitterohrahmens, der im Vergleich zum Vorjahresmodel eine leichtere Erreichbarkeit der Aggregate und eine bessere Kühlung ermöglicht.

„Unser Projekt und Zeitmanagement war allerdings sehr gut, sodass wir ausreichend Zeit zum Testen und für die optimale Umsetzung neuer Ideen hatten“, so Ortenburger. Er selbst widmete als Teamleiter dem PW 4.09 an sechs Tagen die Woche rund elf Stunden täglich. Im Durchschnitt verbringen die Mitglieder etwa 20 Stunden die Woche mit der Konstruktion ihres Wagens. Hinter dem großen Aufwand stecken unterschiedliche Motive. Allen voran nennt Ortenburger die wichtige persönliche und fachliche Erfahrung sowie die beruflichen Chancen, die sich daraus ergeben: „Wer später einmal im Automotive-Bereich arbeiten will und hier nicht mitmacht, ist selbst schuld.“ Zudem möchte municHMotorsport zei-gen, „welches Potenzial in München schlummert.“

Der Wettbewerb
Die Studenten technischer Fachrichtungen demonstrieren außergewöhnliches Engagement und Fachwissen bei der Entwicklung des Prototyps eines einsitzigen Formelrennwagens. Im Auftrag eines fiktiven Unternehmens entwickeln sie einen Rennwagen, der für eine möglichst günstige Serienproduktion ausgelegt ist. Nicht nur der Bau des Wagens ist entscheidend für die Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie. Das Gesamtpaket bestehend aus Konstruktion, Design, Fahreigenschaften, Rennperformance sowie Kostenplanerstellung und Verkaufspräsentation spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Im Rahmen dieser Projektarbeit sammeln die Nachwuchsingenieure praktische Erfahrungen und müssen in Teamarbeit komplexe Aufgaben unter betriebswirtschaftlichen Maßgaben auf internationaler Ebene lösen.

© Brunel 28.07.2009
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