Zukunftsformel: „Neue Geschäftsmodelle und externe Partner“

Brunel Car Synergies GmbH und Lünendonk GmbH präsentierten Automobil-Trendstudie

Bremen. Die globale Automobilindustrie befindet sich derzeit in einer tiefen Rezession: In allen wichtigen Märkten der Welt schrumpft und stagniert die Auto-Nachfrage oder sie wächst langsamer. Anfang Oktober stellten die Brunel Car Synergies GmbH und das Marktforschungsunternehmen Lünendonk GmbH im Bochumer Adam Opel Werk eine Trendstudie vor, die die aktuelle Lage der Branche, Chancen und Risiken sowie Ziele und Zwänge der Automobilindustrie aufzeigt. Dabei bestätigt die Studie die branchenübergreifenden Auswirkungen der aktuellen Krise auf die eng verbundene Zulieferindustrie, die mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 60 Prozent betroffen ist. Die Studieninitiatoren ziehen daraus den Schluss, dass bei den Marktteilnehmern ein Umdenken in Richtung fortschrittlicherer Technologien eintreten muss. „Innovation ist heute nur mit neuen Geschäftsmodellen und leistungsfähigen externen Partnern aus dem Technologie- und Engineeringsektor realisierbar“, so Thomas Lünendonk, Leiter der Studie. „Ingenieurdienstleister können einen wesentlichen Teil zum künftigen Erfolg der Automobilindustrie leisten“, führt er mit Blick auf die externen Partnerschaften fort.

Mit rund 80 Teilnehmern war das exklusive Kundenevent ein voller Erfolg. „Die gelungene Mischung aus Theorie und Praxis sowie die durchweg positive Resonanz bestätigt unsere Überlegungen, auch im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung durchzuführen“, so Peter Bolz, Leiter der Brunel Car Synergies GmbH. Car Synergies ist als internationaler Dienstleister der Automobilbranche direkt mit den aktuellen Entwicklungen konfrontiert und weiß die Ergebnisse der Trendstudie entsprechend einzuschätzen. „Die vorgeschlagenen unternehmerischen Maßnahmen der Studie sind bei uns und andere Unternehmen aus der Automobilbranche zum Teil bereits Praxis und werden nun noch weiter vertieft. Gerade in Bezug auf neue Technologien ist es sinnvoll, partnerschaftliche Allianzen zu bilden, um weiter erfolgreich am Markt agieren zu können. Rund um das Thema „Testen von Lithium-Ion-Batterien“ haben wir das bereits erfolgreich umgesetzt.“

Die Studie im Kurzüberblick

Marktüberblick
Die globale Automobilproduktion in Stückzahlen (-4%) und die weltweiten Kfz-Neuzulassungen (-6%) sind 2008 erstmals seit 2001 wieder gesunken. Um zwölf Prozent brach der Absatz von Luxusautos 2008 in Deutschland ein. Dank der Abwrackprämie des Staates legte der Verkauf von Kleinwagen um bisher (Stand März 2009) vier Prozent zu. Parallel dazu wurde die Kaufzurückhaltung von Konsumenten durch die Einführung neuer Emissionsgesetze und die anhaltende Forderung nach alternativen Antriebssystemen noch verstärkt. Dies hat oftmals Produktionsverringerungen, Kurzarbeit und verlängerte Werksferien zur Folge.

Vorgehensweise
Im Rahmen der von Lünendonk durchgeführten Untersuchung wurden zehn ausführliche qualitative Interviews durchgeführt. Die befragten Teilnehmer stammen aus dem klassischen Zulieferermarkt, wie Modullieferanten und Halbleiterproduzenten, aber auch aus dem Entwicklungsdienstleistungs- und Beratermarkt.

Kernergebnisse
Am meisten belasten die befragten Unternehmen aktuell die dramatischen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Aufträge werden kurzfristig storniert oder ausgesetzt. Budgets werden gekürzt und Preise gedrückt. Die ungünstigen Wechselkurse verschärfen den Wettbewerb. Hohe Rohstoffpreise (trotz derzeit moderater Situation) führen zu Lieferantensterben. Die hohen, meist kostspieligen Innovationsanforderungen bleiben.

Trotz der Wirtschaftskrise hoffen die meisten Unternehmen auf einen positiven Geschäftsverlauf mit Umsatzwachstum, globaler Markterschließung und Expansion in neue Märkte beziehungsweise Marktsegmente. Im Automotive-Markt stehen Innovationen wie alternative Antriebsprozesse und Fahrerassistenzsysteme im Fokus. Parallel zu den konjunkturellen Turbulenzen bahnt sich also eine technologische Zeitenwende in der Automobilindustrie an. Der typische Verbrennungsmotor soll langfristig durch Hybrid- oder Elektroantriebe ersetzt beziehungsweise ergänzt werden. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Im Zuge des Klimawandels soll der C02-Ausstoß neuer Pkw auf 120 Gramm pro Kilometer durch die Vorgaben der EU bis spätestens 2015 reduziert werden.
  2. Die Erwartungen von steigenden Preisen bei fossilen Brennstoffen und die Umweltsensibilität der neuen Käufer bewegen die Autohersteller dazu, energieeffizientere Autos zu bauen und anzubieten.

 

Automobilhersteller
Um die vorgegebenen Unternehmensziele der Automobilhersteller wie Umsatzsteigerung und Mitarbeiterwachstum auch im deutschen Markt wieder zu erreichen, müssen die Firmen umdenken. Die zukünftigen Entwicklungsziele müssen sich an fünf wesentlichen Punkten orientieren:

  • Die Konzerne müssen künftig mehr Kleinwagen anbieten.
  • Der Spritverbrauch muss deutlich sinken. 
  • Die Hersteller müssen unterschiedliche Antriebskonzepte im Angebot haben. 
  • Die Konzerne werden es künftig mit mehr Kunden zu tun haben, die das Auto weniger als Statussymbol empfinden. 
  • Die Autobauer müssen neue Dienstleistungen rund um das Auto entwickeln und anbieten.

Die Standardkriterien für einen Autokauf bleiben weiterhin Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Diese werden aber durch zusätzliche Produktmerkmale wie Erschwinglichkeit, Effizienz, Emissionsreduzierung und Infotainment ergänzt.

Automobilzulieferer
Die Zuliefererindustrie hat derzeit zwei signifikante Hauptziele:

  • Unternehmenswachstum
  • Überleben

Das Verhältnis zwischen Autobauern und Zulieferern ändert sich. Die Beziehungen werden enger, die Abhängigkeit wächst. Einige Lieferanten werden ganz verschwinden, andere von Konkurrenten übernommen oder schließen sich zusammen. Die Unternehmen befürchten einen Rückgang des Auftragseingangs, einen massiven Preisverfall und negative Auswirkungen auf ihren Geschäftserfolg durch den volatilen Wechselkurs von Euro in Dollar. Es wird schwieriger, Personal zu halten, aber auch, Nachwuchs zu gewinnen. Um sich diesen Befürchtungen entgegen stellen zu können, muss es den deutschen Zulieferern gelingen, Konzepte für Innovations- und Technologieführerschaft zu entwickeln. Eine strategische Neuausrichtung der Automobilproduktion muss auf zukunftsfähige und damit langfristig angelegte Projekte fokussiert sein - trotz der hohen kurzfristigen Entwicklungskosten. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Branchen - vor allem der Elektronik-, Energie- und Versorgungsindustrie - muss vorangetrieben werden.

© Brunel 05.10.2009
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