Formula Student Germany: Rennteam der Uni Stuttgart holt Gesamtsieg

Bremen „Platz eins – das ist großartig! Nachdem wir letztes Jahr schon so dicht dran waren, freuen wir uns nun riesig.“ Zwar stecken Moritz Baber und seinem Rennteam der Universität Stuttgart die Anstrengung der gestern zu Ende gegangenen Formula Student Germany (FSG) noch in den Knochen, der Begeisterung tut das aber keinen Abbruch. Fünf Tage lang traten am Hockenheimring 78 Studenten-Rennteams aus der ganzen Welt mit selbst konstruierten und gebauten Rennwagen gegeneinander an. Dabei absolvierten die insgesamt rund 2.000 Studenten ein Paket an Aufgaben, das neben der Konstruktion des Wagens auch die Präsentation einer Finanzplanung sowie Tests auf der Rennstrecke umfasste. Wie bereits Mitte Juli in Silverstone lieferten sich die Stuttgarter in allen Disziplinen ein Kopf an Kopf Rennen mit DUT Racing, dem Team der Delft University of Technology. „Wir hatten die Niederländer schon knapp vor uns gesehen“, so Baber, „aber so, wie uns 2008 am Hockenheimring ein technischer Defekt auf der Rennstrecke stoppte, ist dieses Jahr DUT Racing kurz vor dem Ziel ausgefallen.“

Zu den Sponsoren des Rennteams aus Stuttgart zählt unter anderem die Brunel GmbH. Die Stuttgarter Niederlassung des Ingenieurdienstleisters fieberte mit ihrem Team mit: „Wir haben die Entwicklung und Umsetzung des Wagens natürlich verfolgt. Entsprechend spannend war es zu sehen, wie unsere Studenten bei der Formula Student Germany abschneiden“, sagt Uwe Kühnle, Leiter der Niederlassung.  Er ist stolz auf die 37 Nachwuchsingenieure: „Sie haben rund ein Jahr lang konsequent an ihrem Boliden F0711-4 gearbeitet und neben ihrem fachlichen Wissen auch unter Beweis gestellt, dass sie teamfähig sind und große Projekte meistern können.“ Genau in dieser anspruchsvollen Mischung aus technischen Herausforderungen und übergreifenden Aufgaben wie dem Projektmanagement oder der Budget- und Marketingplanung liegt das Engagement von Brunel bei der FSG begründet. Der vom Verband Deutscher Ingenieure (VDI) ausgerichtete Wettbewerb spiegelt die vielfältigen Ansprüche, die heute an einen Ingenieur gestellt werden, wider.

Für das Rennteam der Uni Stuttgart steht in wenigen Wochen bereits der Start bei der Formula Student in Italien an. Hier will das Team seinen Titel verteidigen. Der Sieg am Hockenheimring gab einen weiteren Motivationsschub, denn nach dem enttäuschenden 23. Platz bei der FSG im vergangenen Jahr ist dieser Titel ein Erfolg, den das Team zu nutzen weiß: „Wir werden noch ein paar Nächte über die letzten Tage schlafen und die Erfahrungen dann in die kommenden Rennen einfließen lassen“, erklärt Baber zuversichtlich.
 
Der Wettbewerb
Die Studenten technischer Fachrichtungen demonstrieren außergewöhnliches Engagement und Fachwissen bei der Entwicklung des Prototyps eines einsitzigen Formelrennwagens. Im Auftrag eines fiktiven Unternehmens entwickeln sie einen Rennwagen, der für eine möglichst günstige Serienproduktion ausgelegt ist. Nicht nur der Bau des Wagens ist entscheidend für die Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie. Das Gesamtpaket bestehend aus Konstruktion, Design, Fahreigenschaften, Rennperformance sowie Kostenplanerstellung und Verkaufspräsentation spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Im Rahmen dieser Projektarbeit sammeln die Nachwuchsingenieure praktische Erfahrungen und müssen in Teamarbeit komplexe Aufgaben unter betriebswirtschaftlichen Maßgaben auf internationaler Ebene lösen.

© Brunel 10.08.2009
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