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Fachhochschulstudenten treten mit eigenem Wagen gegen 77 Mannschaften aus aller Welt an
Wolfsburg. 78 Teams, acht Disziplinen, ein Ziel: Vom 5. bis zum 9. August steht der Hockenheimring (Baden-Württemberg) erneut im Zeichen der Formula Student Germany (FSG). Studenten aus der ganzen Welt treten hier in selbst konstruierten und gebauten Rennwagen gegeneinander an, um den Titel Formula Student Germany Champion zu holen. Mit dabei: wob-racing, das Team der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. „Wir finden es großartig, dass eine Mannschaft aus unserer Region bei diesem renommierten Wettbewerb antritt“, sagt Oliver Surrey, Wolfsburger Niederlassungsleiter der Brunel GmbH, einem der führenden deutschen Ingenieurdienstleister. Brunel ist seit 2006 Sponsor der FSG und unterstützt dieses Jahr zum zweiten Mal das Team wob-racing. „Die FSG wird vom VDI, dem Verband Deutscher Ingenieure, ausgerichtet und ist eine hervorragende Praxisübung für die Nachwuchs-Ingenieure“, begründet Surrey das Engagement.
Die Mannschaft der Fachhochschule hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorjahresplatzierung (Rang 18) zu verbessern. Die erste große Aufgabe haben die Studenten bereits gemeistert: Die Anmeldung zu dem Event selbst. Hier mussten die Teams schon rund acht Monate vor dem Startschuss ihre Schnelligkeit demonstrieren, denn nur acht Sekunden nachdem die Online-Registrierung für das Rennen freigeschaltet wurde, waren die 78 Startplätze vergeben.
Die Disziplinen, die das rund 50-köpfige Team wob-racing um den kaufmännischen Projektleiter Peter Hühne absolvieren muss, verlangen den Studenten neben technischem Fachwissen und handwerklichem Geschick auch Disziplin sowie Ausdauer ab. In den drei so genannten statischen Disziplinen müssen die Konstruktion des Wagens, der Kostenplan sowie ein Businessplan für einen serienmäßigen Bau ihres Boliden präsentiert werden. „Eine sinnvolle Ergänzung zu den rein praktischen Disziplinen“, lobt Niederlassungsleiter Surrey, „denn dass es in der Wirtschaft nicht nur um die bloße Technik geht sondern auch um Budgets und Marketingstrategien, wird im Ingenieurstudium häufig vernachlässigt.“ Der Schwerpunkt der FSG liegt dennoch auf den fünf technischen Disziplinen: Auf der Rennstrecke müssen die Wagen ihre Schnelligkeit, Ausdauer und Sparsamkeit ebenso unter Beweis stellen, wie das Fahrverhalten auf unterschiedlichen Streckenverläufen.
Das wob-racing-Team ist ein alter Hase im Studenten-Renngeschäft und seit seiner Gründung 2003 schon bei diversen Rennen an den Start gegangen. Als der VDI die Formular Student in Deutschland vor drei Jahren erstmals ausrichtete, war dies für die wob-racing-Gründungsmitglieder „die ideale Gelegenheit, sich neben dem Studium mit ihrem Hobby, dem Fahrzeugbau, auf hohem Niveau zu beschäftigen und ihr Wissen und ihre Fertigkeiten zu vertiefen“, erinnert sich Peter Hühne. Diese Motive gelten auch für die nachrückenden Generationen des Rennteams. Hinzugekommen ist der berufliche Aspekt: Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement, Problemlösung, Teamwork und Eigeninitiative zu sammeln. „Alles Qualifikationen, die für den heutigen Berufsalltag von Ingenieuren, der maßgeblich von Projektarbeit geprägt ist, äußerst relevant sind“, weiß Oliver Surrey.
Seit rund einem Jahr planen und tüfteln die Wolfsburger Studenten, die aus insgesamt zwölf verschiedenen Studienrichtungen kommen, an ihrem WR05. „Das ist der fünfte Wagen unseres Teams und wird als Erster von einem Honda PC 40 Motor angetrieben, das heißt, er leistet rund 85 PS“, erklärt Peter Hühne stolz. Die Umstellung auf den neuen Motor gehörte zu den größten Herausforderungen, die das Team zu bewältigen hatte. Weitere Besonderheiten, die den WR05 von seinen Vorgängern und der Konkurrenz unterscheiden, sind die enorm leichten Materialien und die Sensorik: „Sämtliche Messwerte lassen sich per W-Lan auf einen PC übertragen“, so Hühne. Mit dem verbesserten Fahrzeug peilt wob-racing eine Verbesserung des 18. Platzes vom Vorjahr an. Grundsätzlich aber geht es Hühne und seinen Kollegen in erster Linie darum, den einmaligen Event zu genießen und die dort gesammelten Erfahrungen - technisch wie persönlich - in die Entwicklung des WR05-Nachfolgers WR06 einfließen zu lassen.
Der Wettbewerb
Die Studenten technischer Fachrichtungen demonstrieren außergewöhnliches Engagement und Fachwissen bei der Entwicklung des Prototyps eines einsitzigen Formelrennwagens. Im Auftrag eines fiktiven Unternehmens entwickeln sie einen Rennwagen, der für eine möglichst günstige Serienproduktion ausgelegt ist. Nicht nur der Bau des Wagens ist entscheidend für die Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie. Das Gesamtpaket bestehend aus Konstruktion, Design, Fahreigenschaften, Rennperformance sowie Kostenplanerstellung und Verkaufspräsentation spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Im Rahmen dieser Projektarbeit sammeln die Nachwuchsingenieure praktische Erfahrungen und müssen in Teamarbeit komplexe Aufgaben unter betriebswirtschaftlichen Maßgaben auf internationaler Ebene lösen.