Nahrungsmittel aus dem Drucker

Science ohne Fiction. Captain Kirk kocht nicht: Nahrungsmittel aus dem Drucker?

Aufwendige Küchengeräte sind nicht mehr nötig, denn der sonntägliche Braten kommt per Knopfdruck in jedem Haushalt aus dem Drucker. Seit dem Jahr 2013 ist der 3-D-Druck keine utopische Illusion mehr und wird bereits erfolgreich in Industrie, Architektur und Medizintechnik angewendet. Sogar Organe sollen schon bald Schicht für Schicht aus dem Bioprinter kommen.

Der Schritt zu 3-D ist in der industriellen Lebensmittelfertigung eine konsequente Entwicklung, jedoch für Fans der Fernsehserie Star Trek ein ziemlich alter Hut. Durch einen Replikator wurden in der beliebten US-Serie Dinge des täglichen Bedarfs, so auch Lebensmittel, erzeugt. Ein Replikator ist in der Lage, jeden in seiner atomaren Struktur vorher erfassten oder programmierten Gegenstand nachzubilden. Vorgängermodelle in der Serie funktionierten mit zu befüllenden kassettenähnlichen Modulen. Die Analogie zu realen 3-D-Druckern und deren Kartuschen ist augenfällig. Durch die neuartige Technik sollen auch völlig neue Nahrungsmittel hergestellt werden können, zum Beispiel „personalisierte Nahrung“: Hochwertige natürliche Lebensmittel werden den Bedürfnissen des Verbrauchers entsprechend angereichert und in individuell angepasster Portionsgröße per 3-D-Druck auf den Tisch gebracht. So kann für einzelne Nutzer „smart food“ bei Mangelernährung, Übergewicht oder als besondere Diät eingesetzt werden.

Der Trend geht allerdings noch weiter: Auch komplett neue Lebensmittel als Rohstoffquellen für Vitamine, Proteine oder Kohlenhydrate sind denkbar. Im TNO-Forschungslabor für 3-D-Lebensmittel in Eindhoven werden Spice-Bytes verkostet. Diese enthalten neben natürlichem Mehl das Protein aus gemahlenen Mehlwürmern. Wie gut oder schlecht die dreidimensionale Druckware beim Endverbraucher ankommt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Auch an Bord der „Enterprise“ kommentierte die Besatzung den Einsatz des sogenannten Proteinresequenzers in puncto Geschmack eher verhalten. Während sich der 3-D-Druck zur Herstellung von Prototypen längst etabliert hat, wird er sich wohl bald auch in der Lebensmittelindustrie durchsetzen. Der Handelskonzern Tesco denkt bereits über 3-D-Backwaren aus dem Drucker nach.

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