Wer hat's erfunden? Der Kugelschreiber

Sonntag, 2. Oktober 2016

Mit einer Zigarette im Mundwinkel mitten in einer Budapester Druckerei stehend, richtete er den Blick so oft auf die rotierenden Walzen. Doch an diesem Tag kam dem ungarischen Zeitungsredakteur László József Bíró, geboren 1899, der Geistesblitz: Ein Stift, dessen Tinte nicht schmiert wie bei einem Füllfederhalter.

Spielende Kinder sorgten kurz darauf für einen weiteren Aha-Moment: Eine Murmel rollte durch eine Pfütze und zog einen Schmutzfilm hinter sich her. Das Kugelschreiber-Prinzip war geboren. Der emsige Bíró, zuvor auch als Versicherungsmakler und Rennfahrer aktiv, entwickelte daraufhin eine Tinte, deren flüssige Bestandteile das Papier aufsaugte, während die festen Pigmente auf der Oberfläche blieben. 1938 meldete Bíró das Patent an, verkaufte es aber vorschnell. Reich wurden somit andere: Weil das Schreibwerkzeug auch in großen Höhen nicht kleckste, erkannte der britische Geschäftsmann Henry George Martin seinen Wert für die Royal Air Force und startete die Massenproduktion. Der französische Baron Marcel Bich optimierte den Stift weiter und wurde mit seinem ab 1950 verkauften „BIC“ zum Milliardär. Doch der Erfnder ist unvergessen: Noch heute schreiben die Menschen in vielen Ländern der Welt mit dem Biro (Großbritannien), Biron (Frankreich) oder Birome (Argentinien).

 

Text: Bastian Korte

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