Motor

Hightech für Highspeed

Während Formel-1-Fahrer oft im Rampenlicht stehen, agieren ihre Ingenieure als heimliche Helden im Hintergrund. Sie sorgen dafür, dass bis 30.000 Einzelteile auf engstem Raum zu purer Hightech verschmelzen. Immer mit dem Ziel, maximale Geschwindigkeit mit größtmöglicher Sicherheit zu vereinen. Doch wie sieht das komplexe Innenleben eines Rennwagens aus? Dieser Querschnitt gewährt ungewöhnliche Engineering-Einblicke in den Motorsport.

Lenkrad

Mit über 20 Knöpfen und etwa 30 Funktionen erleichtert das nur rund ein Kilogramm schwere Lenkrad dem Fahrer das Handling des Vehikels – vom Sprechfunk mit der Box über automatische Tempodrosselung bis zur Bestimmung des Kupplungsschleifpunktes beim Start. Mit 20.000 bis 40.000 Euro ist allein das Lenkrad so teuer wie manch ein Mittelklasse-Neuwagen.

Telemetrie

Via Transmitter und Antenne kommuniziert das Auto mit der Boxen-Crew. Vom Bremsfehler in Kurve 3 bis zum Spritverbrauch je Runde zeichnet das Telemetrie-System alle relevanten Vorgänge in Echtzeit auf und sendet sie ans Team. An einem Rennwochenende ist ein Datenvolumen um die 20 GB keine Seltenheit.

Fahrersitz

Der „Arbeitsplatz“ der Piloten befndet sich nur wenige Zentimeter über dem Asphalt und wird mittels CAD, CAM sowie elektronischem Abtasten ergonomisch perfekt an die Körperform angepasst und im Autoklaven gebacken. Aus Carbon bestehend, ist er so fest wie Stahl, jedoch fünfmal leichter. Der Sitz schützt vor Fliehkräften bis 5 g. Zum Vergleich: In herkömmlichen Pkw wirken in Kurven maximal Kräfte bis 0,4 g.

Motor

Die teils über 900 PS starken V6-Motoren basieren auf Hybridtechnologie mit spritsparender Vorkammereinspritzung und einer maximal erlaubten Drehzahl von 15.000 pro Minute. Bei Tempo 300 drehen sich die Räder 42 Mal pro Sekunde. Der Bolide beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h – eine halbe Sekunde schneller als ein Gepard.

Tanksystem

Nur fünf Zentimeter hinter dem Fahrersitz befndet sich der Tank aus speziellem Gummi-Kevlar-Material, das flexibel und widerstandsfähig zugleich ist. Horizontale Wände und Klappenventile verhindern das Umherschwappen der laut Reglement maximal erlaubten 100 Kilogramm Benzin während der Fahrt.

Text: Bastian Korte
Copyright Fotografie: GfG / Gruppe für Gestaltung