Wer hat's erfunden? Der Mikrowellenherd

Sonntag, 2. April 2017

Völlig verblüfft schaute Percy Spencer an einem Januartag 1945 auf seine klebrigen Hände. Denn der Schokoladenriegel in seiner Hosentasche schmolz ohne spürbare Hitzeeinwirkung, während Spencer vor seinem Magnetron in Massachusetts stand.

Die von ihm weiterentwickelte Röhre erzeugt elektromagnetische Strahlung für Radarsysteme, die den Alliierten ursprünglich zum Sieg im Zweiten Weltkrieg verhelfen sollten. Nun jedoch witterte der 50-jährige Wissenschaftler, dem Freunde den „intensiven Erkundungsdrang eines kleinen Kindes“ nachsagten, dank der Entdeckung des Mikrowellenherds eine Revolution in der Lebensmittelzubereitung. Den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden und ohne Eltern aufgewachsenen Spencer zog es ohne Schulabschluss zunächst zur Marine, da ihm die Bordfunker des Titanic-Unglücks imponierten. Das mathematische und physikalische Grundlagenwissen für seine spätere Karriere brachte sich der Autodidakt selbst bei. Die Firma Raytheon, deren Angestellter Spencer war, präsentierte 1947 erste Mikrowellenherde, die zwei Meter hoch und Hunderte Kilogramm schwer waren. Erst 20 Jahre darauf erschienen Modelle für den häuslichen Gebrauch, die über 3.000 Dollar kosteten. Percy Spencer selbst verdiente an seiner Erfndung gerade mal zwei Dollar – die vertragliche Norm für die Übertragung der Patentrechte. 

Text: Bastian Korte

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