Lebensmittelkonservierung

Wer hat's erfunden? Die Lebensmittelkonservierung

Wieso verdanken wir einem adeligen Staatsoberhaupt und einem Zuckerbäcker aus Paris den heutigen Verzehr haltbarer Lebensmittel? Die Antwort fndet sich auf den Schlachtfeldern Europas.

Nicolas Appert gilt als Erfinder der Lebensmittelkonservierung

Denn während der Revolutionskriege stand Napoleon Bonaparte vor der Herausforderung, sein riesiges Heer zu ernähren: Ende des 18. Jahrhunderts starben mehr Soldaten an Hunger als durch feindliche Truppen, sodass der Feldherr unter allen Franzosen 12.000 Goldfrancs für ein Konservierungsverfahren auslobte. Die Lösung lieferte Nicolas Appert. Der gelernte Meisterkoch mit eigener Konditorei widmete sich viele Jahre der Aufgabe, Lebensmittel dauerhaft haltbar zu machen. In einer eigens eingerichteten Versuchswerkstatt entwickelte Appert dann peu à peu sein Erfolgsrezept: Er entkeimte Obst durch Erhitzung auf 100 Grad Celsius und verschloss dieses luftdicht in Glasflaschen.

38 Jahre alte Büchse überlebte seinen Erschaffer 

Im Jahr 1810 erhielt er neben Napoleons Geldsegen die Urkunde „für die Kunst, alle animalischen und vegetabilischen Substanzen in voller Frische zu erhalten“ sowie den französischen Ehrentitel „Wohltäter der Menschheit“. Mit seinem Preisgeld gründete er eine Manufaktur für stabilere Blechkonserven. Diese Dosen überlebten sogar ihren Erschaffer: Eine Dekade nach Apperts Tod wurde 1851 auf der Weltausstellung in London eine 38 Jahre alte Büchse geöffnet. Ihr Inhalt war einwandfrei und genießbar.

 Cristallerie du Val-Saint-Lambert (rechts)

Text: Bastian Korte
Fotografie Copyrights: iStock (Header), Wikipedia (links), Alamy Stock Photo (rechts)