Flüssige Membran

Das umgekehrte Sieb-Prinzip

Donnerstag, 13. Juni 2019

Üblicherweise hält ein Sieb große Elemente zurück, kleinere schlüpfen hindurch.

Doch Forscher der Pennsylvania State University drehen diese Funktionalität auf raffinierte Weise mithilfe von flüssigen Membranen um. Diese lassen sich nur von Materie mit höherer Masse und Bewegungsenergie durchdringen. Gleichzeitig schließen die Membranen das Loch ähnlich eines Selbstheilungsprozesses blitzschnell wieder. Vorbild hierfür ist die biologische Zelle: Ihre Hülle besteht aus Molekülen, die in einem Teilbereich wasseranziehend, in einem anderen wasserabstoßend sind. Deshalb richten sich die Moleküle immer wieder auf die gleiche Weise in den Ursprungszustand der Zellmembran aus. Um diese Systematik für unseren Alltag nutzbar zu machen, lassen sich laut dem Forscherteam verschiedene Siebvarianten maßschneidern. So könnte die in einem Metallring platzierte Membran Mücken vom Eindringen abhalten, während eine Honigbiene die Barriere überwindet. Bei medizinischen Operationen unter unzureichenden hygienischen Bedingungen umschließt die Membran die chirurgischen Instrumente eng und hält somit Mikroorganismen von der Wunde fern. Im nächsten Schritt geht es für die Wissenschaftler darum, solche und weitere Anwendungen konkret zu entwickeln und zu testen.


Text: Bastian Korte

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