Erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Donnerstag, 13. Juni 2019

Teil 2: Gesprächsbeginn, Hauptteil und Verabschiedung

Das Vorstellungsgespräch beginnt, sobald sich der Personaler auf Sie zubewegt. Ab diesem Moment versucht der Personaler, Sie, Ihre Aussagen sowie Ihre Körpersprache zu analysieren. Um direkt zum Start einen guten Eindruck zu hinterlassen, empfiehlt es sich, für die Begrüßung einen Schritt auf den Personaler zuzugehen und sich mit einem mittelfesten Händedruck vorzustellen. Setzen Sie dafür ein leichtes Lächeln auf und freuen Sie sich auf das kommende Gespräch. Dann haben Sie den Start bereits perfekt gemeistert.

Bleiben Sie immer Sie selbst

Für den weiteren Verlauf das Gesprächs ist das Wichtigste für Ihre Körpersprache und folglich Ihren Gesamteindruck, dass Sie immer Sie selbst sind. Nur wenn Ihre Körpersignale mit Ihren Gedanken und Gefühlen übereinstimmen, wirken Sie authentisch. Ihr Gegenüber nimmt unterbewusst, wenn nicht sogar bewusst, wahr, ob Sie hinter Ihren Aussagen stehen. Stimmt der Gesichtsausdruck nicht mit Ihrer Körperhaltung überein oder erzählen Sie das Gegenteil von dem, was Ihr Körper zum Ausdruck bringt, dann stimmt etwas nicht. Der Personaler muss nicht mal wissen, was es ist. Für ihn reicht die fehlende Kongruenz aus, um Unsicherheit zu empfinden. Versuchen Sie also im gesamten Gespräch, so zu sein, wie Sie sind. Präsentieren Sie Ihrem Gegenüber, welche Kenntnisse und Fähigkeiten Sie besitzen und haben Sie bei der Beantwortung der Fragen auch den Mut, Wissenslücken oder Lernfelder offen zu legen. Bleiben Sie sich selbst treu, heben Sie Ihre Stärken hervor und seien Sie ehrlich. Wenn Ihre Körpersprache das Gesagte unterstreicht, kommt es klar und authentisch beim Personaler an und wird sich positiv auf Ihre Beurteilung auswirken.

Vorstellungsgespräche sind kein inszeniertes Schauspiel

Auch für den bewussten Einsatz der Körpersprache gilt, dass Sie Authentizität wahren. Wenn Sie von Natur aus ein ruhiger Redner sind, dann ist es nicht ratsam, für das Vorstellungsgespräch viel Mimik und Gestik in das Gespräch zu bringen. Auf der anderen Seite wirkt es verkrampft, wenn Sie als lebendiger Redner alles dafür geben, die Hände eisern im Schoß zu behalten. Zwar ist auch hier die goldene Mitte ein gutes Maß zur Orientierung, Ihre Individualität steht aber über allen Regeln. Nutzen Sie Ihren Körper, um das Gesagte zu unterstreichen, aber führen Sie kein Schauspiel auf. Wenn Sie Ihre Hände zum Reden hinzunehmen möchten, dann machen Sie das. Wenn nicht, lassen Sie sie locker im Schoß liegen. Die Wahl, die sich für Sie besser anfühlt, ist die Richtige.

Ihre Stimme braucht Raum zur Entfaltung

Anders ist es mit dem Einsatz der Stimme. Hier bietet es sich an, einen wichtigen Tipp zu beachten. Wenn Sie Ihre Stimme für sich und Ihre Wirkung auf den Personaler nutzen wollen, ist eine aufrechte Körperhaltung eine unverzichtbare Voraussetzung. Wenn Sie Ihre Schultern leicht nach hinten ziehen und die Arme locker anwinkeln, wird Ihre Atmung erleichtert. Ihr Atemvolumen vergrößert sich und Sie können langsamer sowie deutlicher Sprechen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie Sprechpausen einlegen und Ihre Sprechgeschwindigkeit kontrollieren. Dabei lohnt es sich, den Personaler während des Sprechens zu beobachten. Denn Bestätigungspartikel wie ein kleines Lächeln oder ein kaum merkliches Nicken geben Ihnen ein Gefühl dafür, ob der Personaler dem Gesagten folgen kann. Insgesamt geht es hier aber nicht darum, die Stimme bewusst zu kontrollieren oder zu verändern. Dies lässt Ihre Authentizität direkt dahinschwinden. Es geht nur darum, für eine ruhige und gute Atmung zu sorgen, damit Sie über Ihre Stimme das transportieren können, was Sie sagen möchten.

Das dritte Auge

Nicht nur während Sie erzählen ist es von Vorteil, den Blick zum Personaler zu wenden. Während des gesamten Vorstellungsgespräch ist es wichtig, dass Sie mit Ihrer Körperhaltung zum Personaler geneigt sind und Blickkontakt aufbauen. Fehlt der Blickkontakt, entsteht schnell ein Gefühl von Desinteresse oder Unsicherheit. Schweifen Sie mit Ihren Augen folglich nicht im Raum umher, sondern schauen Sie Ihren Gesprächspartner an. Falls Ihnen direkter Blickkontakt unangenehm ist oder Ihre Nervosität im Jobinterview erhöht, haben wir folgenden Tipp für Sie: Schauen Sie dem Personaler nicht direkt in die Augen, sondern auf seine Nasenwurzel. Diese wird in der Rhetorik auch als „drittes Auge“ bezeichnet und löst Ihr Problem ideal. Ihr Blick ändert sich nur so minimal, dass es nicht auffallen kann. Wenn Ihnen dieser Versuch zu riskant erscheint, testen Sie dies doch einfach mal mit Freunden oder Bekannten. Sie werden positiv überrascht sein!

Der gekonnte Abgang

Neigt sich das Gespräch dem Ende zu, lässt die Anspannung häufig nach. Leitet der Personaler langsam die Verabschiedung ein, sollten Sie Ihre Entspannung aber nicht auf Ihre Körpersprache übertragen. Wenn Sie plötzlich vor Erleichterung zusammensacken, kann das erfolgreiche Vorstellungsgespräch doch noch einen negativen Beigeschmack gewinnen. Bemühen Sie sich daher weiterhin um eine aufrechte, souveräne Körperhaltung: Beachten Sie bei der Verabschiedung den Blickkontakt, den mittelfesten Händedruck sowie das leichte Lächeln; bedanken Sie sich aufrichtig für das Gespräch und gehen Sie dann ruhigen Schrittes zur Tür. Aber Achtung - denken Sie nicht über Ihren Gang nach. Denn genau dann fangen Sie an, komisch auszusehen. Unser Gehirn übernimmt das Gehen ganz eigenständig und automatisch. Darauf können Sie vertrauen.

Wenn Sie diese Tipps bereits sicher im Vorstellungsgespräch anwenden können, möchten wir Ihnen unterhalb noch eine zusätzliche Erfolgstechnik an die Hand geben.

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