Michael Lehmann bei der Covestro AG

Sicherheit durch vorbeugenden Brandschutz

Mittwoch, 28. August 2019

Seit Juni 2018 strukturiert der Brunel Mitarbeiter Michael Lehmann bei der Covestro AG, einem weltweit führenden Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen, in den Chemieparks Dormagen, Leverkusen und Krefeld-Uerdingen den Bereich Brandschutz um. Für den ehemaligen Polizisten und heutigen Brandschutzexperten eine erfüllende Aufgabe, in die er sein vielfältiges Know-how einbringen kann.

Um 8 Uhr betritt Michael Lehmann an diesem Montagmorgen sein Büro im zweiten Stock eines Verwaltungsgebäudes auf dem 24 ha großen Gelände des Chemieparks Dormagen. Neben weiteren Konzernen produziert hier auch die Covestro AG mit elf Betrieben und 1.300 Mitarbeitern Werkstoffe wie Polyurethan-Schaumstoffe oder Vorprodukte für Farben, Kleb- und Dichtstoffe. „Montags und freitags sind meine Bürotage, die ich zur Abstimmung mit Covestro-Ingenieuren, externen Fachplanern für sicherheitstechnische Anlagen oder Beauftragten der Werksfeuerwehr nutze“, erläutert der 51-Jährige. „Dienstags bis donnerstags besuche ich wechselweise die Covestro-Betriebe in den drei Chemieparks, um einen Überblick über den Zustand der insgesamt 166 Brandmeldeanlagen zu bekommen oder Fortschritte von Baumaßnahmen zu überprüfen.“
Michael Lehmann am Handy
Ob per E-Mail, Festnetztelefon oder Handy: Brunel Brandschutzexperte Michael Lehmann ist immer zu erreichen, um neben langfristig angelegten Projekten auch spontan aufkommende Anfragen schnell zu bearbeiten. 

Heute früh erreicht ihn der Grundriss von einer Brandmeldeanlage in Leverkusen, den Michael Lehmann zur Erstellung eines Audits benötigt, das Dokumente wie die Baugenehmigung, bauliche Brandschutznachweise oder Sicherheitskonzepte im Zusammenhang mit Immissionsschutz und Störfallregelungen enthält. „Audits dienen als Nachweis für eine normen- und anforderungskonforme Nutzung der Brandmeldeanlagen und werden nun nach und nach von mir für alle 36 Betriebe von Covestro aktualisiert. Die Covestro AG hat sich vor wenigen Jahren aus einer Unternehmensgruppe gelöst und bisher deren Dienstleistungspartner genutzt. Nach und nach sollen eigene Konzepte für den vorbeugenden Brandschutz erstellt und implementiert werden“, erläutert Lehmann, der unter anderem als Fachplaner für den baulichen Brandschutz sowie als Brandschutz-Sachverständiger und -Dozent zertifiziert ist. 

Da er stets an mehreren Projekten parallel arbeitet, telefoniert er um kurz vor 9 Uhr mit einem externen Fachplaner für Gefahrenmeldeanlagen. Mit ihm bespricht er die Anforderungen an eine zu erneuernde Brandmeldeanlage in einem Betrieb in Krefeld-Uerdingen. „Gemäß DIN-Norm müssen Brandmeldeanlagen alle acht Jahre ausgetauscht werden. Ich informiere die Fachplaner, um welchen Typ es sich handelt und welche Anforderungen an die neue Anlage gestellt werden. Im Anschluss verfasst der Planer ein Angebot, das ich mit dem Leiter des jeweiligen Betriebes bespreche und dabei Empfehlungen abgebe. So hat der Betriebsleiter eine optimale Basis für seine Entscheidung.“
Kaum hat Michael Lehmann aufgelegt, klingelt sein Handy. Bei einem Folienbetrieb auf dem Dormagener Gelände ist eine Meldelinie, also eine Kabelstrecke, an der mehrere Brandmelder angeschlossen sind, ausgefallen. „Dort werden Spezialfolien, etwa für Ausweise oder Kreditkarten, produziert. Die Kombination aus den hierfür nötigen chemischen Grundstoffen und der Produktionswärme birgt eine hohe Gefahrenlage“, erläutert der Brandschutzexperte, während er eilig seine Jacke anzieht. Nach einem etwa zehnminütigen Fußweg erreicht er das Produktionsgebäude und erörtert mit dem zuständigen Mitarbeiter alle Details zum Ausfall. Zurück im Büro kontaktiert Lehmann den externen Dienstleister, der laut Wartungs- und Instandhaltungsvertrag für die Anlage zuständig ist: „Mit diesem bespreche ich die Dringlichkeit der Reparatur sowie deren Umfang und die erforderlichen Kompensationsmaßahmen – in diesem Fall das Aufstellen einer mobilen Brandschutzmeldeanlage sowie eines Sicherheitspostens der Werksfeuerwehr.“
Michael Lehmann mit Helm
Mittlerweile ist es 11:45 Uhr und der Brunel Mitarbeiter geht mit einigen Kollegen seiner Etage in die etwa 15 Gehminuten entfernte Kantine. Zwar ist er bei Covestro allein für die Technik der Brandschutzmeldeanlagen verantwortlich, „ich arbeite jedoch eng mit Mitarbeitern aus anderen Unternehmensbereichen zusammen, die mich dabei unterstützen, an Informationen oder Dokumente – beispielsweise zur Erstellung von Audits – zu gelangen.“
Eine Stunde später trifft sich Michael Lehmann im Konferenzraum unweit seines Büros mit drei leitenden Ingenieuren der Produktionsbetriebe und einem leitenden Ingenieur der Abteilung Real Estate, die die Verwaltungsgebäude betreut, zum monatlichen Jour fixe. „Wir besprechen Termine und Inhalte für Betriebsbegehungen, die ich an allen Standorten durchführe. Zudem erläutern mir die vier Elektroingenieure grundsätzliche technische Überwachungsprozesse. Unser langfristiges Ziel ist es, sukzessive für jeden Betriebstyp verbindliche Brandschutzprozesse insbesondere im Zusammenhang mit Anlagenerneuerungen, -erweiterungen oder -neubauten zu definieren.“
Um 14:20 Uhr geht Michael Lehmann kurz zurück in sein Büro, um ein Telefonat mit dem für den Folienbetrieb verantwortlichen Dienstleister zu führen und das Timing für die Anlieferung der mobilen Brandmeldeanlage abzustimmen. Zehn Minuten später beginnt sein Meeting mit Vertretern einer Chlorfabrik in Dormagen. Hier sind zeitnah Umbauten und ab 2021 Erweiterungsmaßnahmen geplant – entsprechend müssen auch die Brandmeldeanlagen erneuert werden: „Plant ein Betrieb bauliche Veränderungen, bedarf es einer Baugenehmigung mit einem Brandschutznachweis und es sind Auflagen der Werksfeuerwehr sowie des Sachversicherers zu berücksichtigen. Bei dem Treffen heute gehen wir die Konzeptionierung der Baumaßnahmen durch, erörtern Lösungsoptionen für die Brandmeldetechnik und tragen alle zugehörigen Anforderungen zusammen.“
Nach 90 Minuten endet das Treffen, Michael Lehmann checkt ein letztes Mal seine Mails und verlässt sein Büro. Bevor er zum Ausgang des Betriebsgeländes geht, besucht er eine Anlage, in der Grundstoffe für die Klebstoffherstellung produziert werden. Hier wird aktuell ein Fundament in einem Schaltraum gegossen, da die hier in wenigen Tagen neu zu installierende Brandmeldeanlage in einem 250 kg schweren Sicherheitsschrank untergebracht werden muss und der alte Boden nicht ausreichend Traglast hat. Zufrieden mit dem Fortschritt der Bauarbeiten macht sich Michael Lehmann um etwa 17:15 Uhr auf den Weg zu seinem Auto und sagt: „In dieses Projekt kann ich meine Erfahrung in der Erarbeitung von Sicherheits- und Brandschutzkonzepten einbringen und dieses Thema mit der Unterstützung von Menschen, die über umfassendes internes Know-how über Covestro verfügen, aufbauen. Kurz gesagt: ein Traumjob.“

 

Text: Stine Behrens