Powersharing

Grüne Mobilität

Montag, 26. August 2019

Sion – so heißt das weltweit erste serienmäßige Elektroauto, das seine Batterie zusätzlich durch die Kraft der Sonne speist. Dabei wird das Thema Umweltschutz von den Erfindern des Fünftürers umfassend betrachtet: Er wird klimaschonend betankt, gebaut und genutzt. 

Am Anfang stand ein Gespräch unter Freunden: Laurin Hahn und Jona Christians, beide damals gerade volljährig, unterhielten sich im Oktober 2012 über Erdöl und dessen Verschwendung, insbesondere im Mobilitätssektor. „Dabei waren Alternativen ja vorhanden – sie mussten nur genutzt werden“, blicken die beiden zurück. Fortan bastelten sie in Jona Christians´ Garage an einem Prototyp, der „der Welt zeigen sollte, dass es technisch möglich ist, Solarzellen in ein Fahrzeug zu integrieren und durch die Sonnenergie zusätzliche Reichweite zu ermöglichen“. 2016 gründeten Hahn und Christians in München mit einer Freundin Sono Motors und arbeiten seitdem mit namhaften Partnern aus der Industrie an ihrem Sion, einem Elektroauto, das ab 2021 auf den Straßen Europas unterwegs sein soll. Reservierungen für das 25.500 € teure e-Mobil werden auf sonomotors.com entgegengenommen – 10.000 sind es bereits.

 

Gründer von SION
Die drei Gründer Jona Christians, Navina Pernsteiner und Laurin Hahn
Der Clou des Sion ist zum einen die Kombination aus verschiedenen Energiequellen: 248 Solarzellen, sogenannte monokristalline Siliziumzellen, werden vollflächig in der Karosserie des e-Wagens verbaut. Die von ihnen produzierte Energie fließt in eine flüssigkeitsgekühlte Batterie mit einer Kapazität von 35 kWh. Damit der Sion die volle Reichweite von rund 250 km erreicht, erhält die Sonnenenergie Unterstützung aus der Steckdose. Betankt werden kann der e-Wagen an allen öffentlichen (Schnell-)Ladestationen Europas, aber auch an der eigenen Haushaltssteckdose. Auch ein anderer Sion kann als Energiequelle dienen – und zwar nicht nur für seine „Familienmitglieder“: Über den Haushaltsstecker SchuKo können ebenso alle gängigen elektronischen Geräte mit bis zu 3,7 kW und über einen Typ-2-Stecker sogar Starkstromgeräte mit bis zu 11 kW betrieben werden.

 

SOIN von Innen
SION von der Seite
Rund um den Sion haben Laurin Hahn und Jona Christians zudem ein umfassendes grünes Konzept erarbeitet: So sorgt ein spezielles, in das Armaturenbrett integriertes Moos für bessere Luft im Innenraum des Fünfsitzers, indem es mittels elektrostatischer Anziehung bis zu 20 % des Feinstaubs aus der Luft filtert. Um außerdem die Instandhaltung des Wagens so einfach wie möglich zu halten, ist er so konstruiert, dass viele Ausbesserungen auch ohne große Vorkenntnisse selbst übernommen werden können. Um all dies möglichst schlank und somit kostengünstig und energieeffizient zu produzieren, wird es den Sion ausschließlich in der Farbe schwarz, mit Frontantrieb sowie nur einer Batterie-Variante geben. Und: Jegliche zur Produktion im schwedischen Trollhättan benötigte Energie stammt aus erneuerbaren Energien. Begleitet wird die Entwicklung des Wagens zudem von einem Car-Sharing-Konzept namens goSono. Über eine App kann jeder Sion-Besitzer seinen Wagen vermieten, Mitfahrgelegenheiten anbieten oder ihn als mobile Ladestation anbieten.

 

Fotoquelle: Sono Motors GmbH

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