Das Mitarbeitergespräch

Gespräch zw. Vorgesetzter und Mitarbeiter

Ob als Mitarbeiter oder Chef, zur Problemlösung oder Motivation, für Feedback zu einem Projekt oder zur Arbeitsanweisung: Mitarbeitergespräche sind einerseits vielfältig und andererseits für eine reibungslose Zusammenarbeit zwingend erforderlich. Doch während der kommunikative Austausch für die einen als Chance wahrgenommen wird, bedeutet er für andere ein notwendiges Übel. Fest steht: Entsprechend vorbereitet und richtig geführt, kann der Dialog das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bereichern.

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Zumeist ist das Mitarbeitergespräch ein Vier-Augen-Gespräch und wird von der Personalabteilung vorgeschrieben, seltener auch vom Chef. Oftmals haben jedoch weder er noch die Mitarbeiter Freude daran, denn der ausgewogene Mix aus konstruktiver Kritik und motivierendem Lob kann anstrengend sein und liegt nicht jedem. Studien haben allerdings ergeben, dass dadurch auf lange Sicht die Arbeitszufriedenheit sowie das Commitment für das Unternehmen steigen. Wie auch in der privaten Konversation gilt: Eine professionelle Gesprächsführung kommt nicht von heute auf morgen. Aber sie kann erlernt und mit dem nachstehenden Leitfaden für gewinnbringende Mitarbeitergespräche optimal vorbereitet werden.
Bewertungsbogen für Mitarbeiter

Checkliste für Führungspersonen

Das Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente der beruflichen Kommunikation. Es bietet nicht nur die Gelegenheit, mit den Mitarbeitern in Kontakt zu treten, sondern auch die Chance, Kurskorrekturen vorzunehmen und die Weichen für einen optimalen Arbeitsablauf zu stellen. Durch eine angemessene Vorbereitung – etwa in Form eines Fragebogens oder Formblattes – stellen Sie sicher, dass das Gespräch im abgesprochenen Zeitrahmen verläuft und Sie sich nicht auf der Beziehungsebene festfahren. Welche Gesprächsziele möchten Sie erreichen und welches Ergebnis würde Sie zufriedenstellen? Sehen Sie Ihren Schreibtisch als Vorgesetzter zudem nicht als Festung, sondern nutzen Sie ihn als Besprechungstisch. Mit einem lockeren und persönlichen Einstieg schaffen Sie direkt eine positive Stimmung.

Idealerweise erhält der Mitarbeiter einen aktuellen Stand zum Job sowie die Perspektive zum kommenden Monat und Jahr. Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche, schweifen Sie nicht ab. Sprechen Sie Probleme ebenso wie die positiv gelaufenen Projekte direkt an. Bieten Sie dem Mitarbeiter Raum, auch kritisch auf das Gesagte zu reagieren und fragen Sie darüber hinaus auch aktiv nach den Sorgen und Nöten, die Ihren Mitarbeiter bewegen. Nehmen Sie sich in diesem Zuge auch ein wenig Zeit, nach dem Privatleben des Mitarbeiters zu fragen. Hat er Probleme, von denen Sie wissen sollten? Zeigen Sie Interesse und bieten Sie gegebenenfalls Unterstützung an.

Checkliste für Mitarbeiter

In vielen Unternehmen gelten bestimmte Standards für Mitarbeitergespräche. Sich diese im Vorfeld zu vergegenwärtigen, kann Ihnen bei der Vorbereitung helfen. So wissen Sie beispielsweise, wieviel Zeit Sie zum Reden haben. Gab es in der Vergangenheit bereits Mitarbeitergespräche? Dann befassen Sie sich mit den dort getroffenen Absprachen: Gab es Ziele, die formuliert wurden? Wurden Aufgaben verteilt, deren Ergebnisse nun analysiert werden könnten? Scheuen Sie sich nicht, Ihre Erfolge zu präsentieren und zeigen Sie, was Sie geleistet haben. Stellen Sie sich aber gleichzeitig auf Kritik ein. Erforschen Sie Gründe für etwaige Misserfolge und erarbeiten Sie im Gegenzug konkrete Verbesserungsvorschläge. Übrigens: Das Gehalt sollte in einem separaten Gespräch diskutiert werden.

Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr, dient das Mitarbeitergespräch auch dem Ausblick auf die berufliche Zukunft: Haben Sie konkrete Veränderungswünsche, zum Beispiel hinsichtlich des Aufgabenbereichs? Wie empfinden Sie das Arbeitsklima? Wo existieren Probleme, die es zu beseitigen gilt? Welche Vorstellungen – auch im Hinblick auf Fortbildungsmaßnahmen – haben Sie für Ihre berufliche Entwicklung? Beantworten Sie sich diese Fragen im Vorfeld selbst. Dann sind Sie bestens gewappnet und werden nicht negativ überrascht.

Wenn also das nächste Gespräch vor der Tür steht – betrachten Sie es nicht als Last oder Verpflichtung, sondern als Chance!

 

Text: Elisabeth Stockinger