Gelassenheit im Job: Tipps für den entspannten Umgang mit Stress

Anstrengende Situationen im Berufsalltag kennt jeder. Unabhängig von Branche, Aufgabengebiet oder Karrierestufe können nahende Deadlines, aber auch Differenzen mit Arbeitskollegen, dem Vorgesetzten oder Kunden zu Stress führen. Doch es gibt Strategien, damit umzugehen – sechs davon stellen wir im Folgenden vor.

 

gelassenheit

Erst reflektieren, dann reagieren

 

Zu Beginn gleich eine gute Nachricht: „Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart.“ Diese weisen Worte soll einst der Dalai Lama gesagt haben. Und dieser gilt immerhin als Inbegriff von Gelassenheit. Kommen Sie in eine schwierige Situation, hilft es zunächst, zu reflektieren: Warum reagiere ich darauf so extrem – und was genau fühle ich? Überforderung? Wut? Enttäuschung? Diese Erkenntnis hilft enorm bei der Reaktion: Denn wer sich einer Aufgabe fachlich nicht gewachsen fühlt, muss eine andere Lösung suchen als jemand, der sauer auf einen Kollegen ist.

 

Zeit nehmen – und dann sachlich argumentieren

Insbesondere, wenn Dritte im Spiel sind, sollten Sie selbstbewusst entscheiden: Ich lasse mich nicht provozieren – und warte mit meiner Reaktion, bis ich ohne zu große Emotionen und sachlich argumentieren kann. Hier hilft es Ihnen, ruhig zu bleiben, indem Sie tief ein- und ausatmen und sich parallel daran erinnern, wie Sie ähnliche Situationen bereits erfolgreich gemeistert haben. 

• Wie haben Sie das geschafft? 
• Welche Methoden haben Sie seinerzeit angewendet? Haben Sie vielleicht die Sichtweise des Gegenübers eingenommen? 

Dieser Prozess mag etwas Zeit kosten, sie ist aber gerade bei extremen Gefühlen sinnvoll investiert: Im Affekt sagt man vielleicht etwas, das man später bereut – und verschlimmert so möglicherweise die Situation. Daher gilt: Je größer die Wut, desto mehr Zeit sollte man sich für die Reflektion der Situation nehmen.

Psychischen Stress durch körperliche Entspannung abbauen

Kennen Sie schon die Stressmuskulatur? So wird die Schulter-Nacken-Partie genannt, die sich häufig verspannt, wenn wir in hektische Situationen geraten. Hier gilt: Je länger sich die Spannung aufbaut, desto intensiver und länger bleibt sie. Die dadurch entstehenden Schmerzen sind nicht nur äußerst unangenehm, sie sorgen auch für schlechte Stimmung. Also lieber direkt gegensteuern, die Schultern bewusst entspannen und dabei idealerweise an etwas Positives denken: an einen Strand, einen Spaziergang im Wald, in den Bergen, ... Das lenkt die Gedanken in positive Bahnen und sorgt direkt für bessere Laune.

 

Nicht den Gefühlen die Oberhand überlassen – und Dritte um Rat fragen

Wer es schafft, ein gewisses Maß an Gelassenheit zu erhalten, erreicht einen weiteren nützlichen Effekt: Eine nüchterne Betrachtung der Sachlage. Denn nicht jede Kritik eines Vorgesetzten ist als persönlicher Angriff gemeint, nicht jedes unrund gelaufene Projekt bedeutet, dass man seinen Job nicht im Griff hat. Hier gehen in stressigen Phasen gerne die Gefühle mit uns durch. Und obwohl Intuition grundsätzlich ein guter Ratgeber ist: Lassen Sie Ihre innere Stimme kein zu fantasievolles Eigenleben entwickeln. Hierbei können Freunde, Familie oder Kollegen unterstützen: Sie haben einen weniger emotionalen Blick auf die Situation, können diese von außen betrachten und bewerten. Ein ehrliches Feedback von gar nicht oder nur am Rande Beteiligten kann Ihnen dabei helfen, die Situation rationaler zu betrachten. 

Oft kommt eine Drucksituation unangekündigt und stets zum falschen Zeitpunkt. Mit dem Wissen um unser „6-Punkte-Programm“ sind Sie jedoch darauf vorbereitet und können der nächsten stressigen Phase im Job gelassen entgegenschauen.

 

 

 

Text: Stine Behrens