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Grüne Giganten der Meere

Sie sind die größten Autotransporter der Welt: Schiffe der New-Horizon-Klasse der norwegischen Reederei Höegh. Seit Dezember 2016 ist die Flotte mit sechs Schiffen komplett.

Marathonstrecke auf dem Meer

Auf 14 höhenverstellbaren Decks und einer Länge von 200 m können die Giganten bis zu 8.500 Fahrzeuge transportieren – aneinandergereiht entspricht dies etwa einer Marathonstrecke. Neben Pkw passen auch Lkw, Bau- oder Schwerlastfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 20.500 t in den Laderaum. Als Antrieb dient ein Sechszylinder-Zweitakt-Turbodiesel  mit 19.515 PS. Die Klassifkationsgesellschaft DNV GL stufte die Schiffsbaureihe mit der umweltfreundlichen Klassenauszeichnung Clean ein, denn die Weiterentwicklung der Rumpfform sowie die Optimierung des Strömungsverhaltens führen zu rund 50 % weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu ähnlichen Autotransportern. Neben der Einsparung von Betriebskosten durch Energieeffzienzmaßnahmen bieten die hohe Transportkapazität und Ladeflexibilität der Reederei einen Wettbewerbsvorteil. 

 

Autotransporter „Traveller“: Auf zu neuen Horizonten

 

Ein überdimensionales Schiff? Oder vielmehr ein schwimmendes Parkhaus? Die Bezeichnung ist fast nebensächlich, denn eines steht definitiv fest: Die Traveller der norwegischen Reederei Höegh Autoliners ist ein echtes Wunderwerk des Schiffbaus. Wir stellen Ihnen die zehn erstaunlichsten Fakten zum Autotransporter der Superlative vor.

 

  1. Der Frachter namens Traveller ist einer von insgesamt sechs Autotransportern der norwegischen Reederei Höegh Autoliners. Zusammen mit den Schwesternschiffen Target, Trigger, Tracer, Trapper und Trotter komplettiert er die New-Horizon-Flotte. Ab 2013 wurden die RoRo-Schiffe – die Bezeichnung stammt vom englischen „Roll-on/Roll-off“ – in der chinesischen Werft Xiamen Shipbuilding Industry gebaut. Das Typschiff Höegh Target wurde am 1. Juli 2015 in Fahrt gesetzt. Die fünf weiteren Schiffe der Baureihe folgten bis Dezember 2016.
  2. Einfach gigantisch: 200 m lang und 36 m breit – die Ausmaße der Traveller sind für den Laien kaum vorstellbar. Um einen Eindruck von der Dimension zu bekommen, hilft womöglich folgender Vergleich: Die Ladefläche ist etwa so groß wie zehn Fußballfelder, insgesamt satte 71.400 qm!
  3. Der Autotransporter bietet Platz für 8.500 Pkw. Das mag auf den ersten Blick vielleicht wenig spektakulär klingen, doch wenn diese Fahrzeuge hintereinandergestellt würden, ergäbe dies eine 40 km lange Autoschlange – quasi eine Marathonstrecke.
  4. Nicht nur Klein- und Mittelklassevehikel, sondern auch Lastkraftwagen, Baufahrzeuge und andere Schwergeräte finden Platz auf den insgesamt 14 Decks. Fünf der Decks sind höhenverstellbar, damit auch größere Transportmittel problemlos unterkommen können. Kein anderes Schiff auf der Welt kann so viele Gefährte zur gleichen Zeit transportieren.
  5. Die New-Horizon-Flotte ist auf 15 verschiedenen Routen rund um den Globus unterwegs. So liefern die Autoliner unter anderem Volkswagen-Modelle vom ostfriesischen Emden bis in die USA und nach Asien.
  6. Die Arche Noah hätte heutzutage ernsthafte Konkurrenz: Denn die Laderampe der Traveller kann dem Gewicht von 75 ausgewachsenen Elefanten standhalten – das entspricht rund 375 t. Auch ausgewachsene Giraffen hätten Platz und müssten ihre langen Hälse nicht einziehen: Die Ladeluke ist 7,5 m hoch und 12 m breit.
  7. Das Gesamtladegewicht kann sich ebenfalls sehen lassen: 20.500 t kann die Traveller aufnehmen. Zum Vergleich: Etwa 91 Freiheitsstatuen hätten auf der Traveller Platz.
  8. Als Hauptmotor dient ein 14.280 kW (19.515 PS) starker Sechszylinder-Zweitakt-Turbodiesel für den Vortrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 39 km/h.
  9. Bigger, smarter und greener: Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Schiffbauer, vor allem in puncto Rumpfform, Strömungsverhalten und Windwiderstand, erzeugt die New-Horizon-Flotte rund 50 % weniger CO2 als heutige Standard-Autotransporter. Zudem werden im Maschinenraum und in den Aufenthaltsräumen nur energiesparende LEDs eingesetzt und die Autotransporter verwenden ausschließlich umweltfreundliche Kältemittel.
  10.  Der Umweltschutz nimmt ohnehin einen hohen Stellenwert ein: So werden beim elektronisch gesteuerten Hauptmotor kontinuierlich die NOx-Werte (Stickoxide) überwacht. Auf diese Weise können – zum Beispiel auf hoher See – die Hilfsmotoren abgeschaltet und der Strom aus dem Wellengenerator genutzt werden.

 

Text: Jann Raveling und Elisabeth Stockinger
Fotografie Copyright: Höegh Autoliners