Resilienz im Job: Stressige Phasen erfolgreich meistern

Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von dynamischen und komplexen Prozessen, die von Unternehmen und Mitarbeitern viel abverlangen. Die Digitalisierung, die Globalisierung, aber auch die Corona-Pandemie sorgen dafür, dass der heutige Arbeitsalltag geprägt ist von neuen Innovationen, agilen Prozessen und Strukturen und einer grundlegenden Veränderungsbereitschaft in nahezu allen (Lebens-) und Arbeitsbereichen. Wer heute erfolgreich sein will, muss sich schnell auf neue Situationen einstellen, belastbar sein und sich mit Kreativität, Schaffensfreude und Erfolgswillen den täglichen Herausforderungen im Job stellen. Doch wie können wir all diese Anforderungen erfüllen und auch bei hoher Belastung unseren Job gut meistern? Mit Resilienz! Was das ist, wie wir diese trainieren und insbesondere in der aktuellen Zeit in unserem Arbeitsalltag für uns nutzen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Resilienz – was ist das?

Seinen Ursprung hat der Begriff Resilienz in der Physik. Hier bezeichnet er eine Eigenschaft eines Materials, welches sich verformen lässt, nach einer Belastung aber schnell wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren kann. Übertragen auf den Menschen hat die Psychologie eine Vielzahl von Definitionen hervorgebracht, die Resilienz im Kern als seelische Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen beschreibt. Immer dann, wenn Menschen Stress erfahren, mit diesem aber gut umgehen und aus einer Krise gestärkt herausgehen können, kann die Rede von Resilienz sein. Resilienz wird somit auch als Schutzschild und als Fähigkeit zur inneren Stärke bezeichnet, die dabei hilft, dass Menschen ihre (psychische) Gesundheit schützen und Krisen gesund meistern können. Zudem gilt Resilienz als Fähigkeit, eingetretene Schädigungen zu kompensieren oder nach einer stressigen Phase wieder zurück zum eigenen Wohlbefinden zu gelangen. In diesem Kontext gelten resiliente Menschen auch als „Stehaufmännchen“, die flexibel mit Stress und Belastungen umgehen und sich danach wieder gut erholen können.

Warum brauchen wir Resilienz?

Eine perfekte Arbeitswelt ohne Probleme, stressige Phasen, herausfordernde Situationen und gelegentliche Krisen gibt es nicht. Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung, Anforderungen und Erwartungen an Unternehmen und Mitarbeiter verändern sich und regelmäßig stellen Projekte, Aufgaben, Kollegen oder der Chef uns vor Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Resilienz kann dabei als Grundlage für ein erfolgreiches und gesundes Arbeiten in einer dynamischen, sich ständig verändernden Arbeitswelt gesehen werden. Wer über Resilienz verfügt, kann herausfordernde Situationen annehmen, auf die eigenen und externe Ressourcen zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen zurückgreifen und mit Selbstvertrauen seine Ziele verfolgen. Und auch wenn das mal nicht gelingt, stecken resiliente Menschen nicht den Kopf in den Sand, sondern blicken zuversichtlich in die Zukunft und wagen optimistisch einen neuen Versuch. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Optimismus, Selbstbewusstsein und einen realistischen und kontrollierten Umgang mit den Aufgaben und Zielen, die vor einem liegen.

Homeoffice als Stress-Klassiker

Eine Situation, die spätestens seit der Corona-Pandemie eine Vielzahl von Arbeitnehmern kennt und gut und gerne mit stressigen Phasen und Krisen in der Work-Life-Balance in Verbindung gebracht wird, ist die Arbeit im Homeoffice. Auf der einen Seite gewinnen Arbeitnehmer hier Flexibilität und Freiraum – etwa durch wegfallende Fahrtzeiten oder die individuelle Zeit- und Pauseneinteilung. Auf der anderen Seite ist vermehrt die Rede von zunehmenden Stressfaktoren und Schwierigkeiten, Berufliches und Privates in Einklang zu bringen. Sich häufende Meetings via Teams oder Zoom, eine Fülle von Nachrichten über diverse Chats, E-Mails oder das Handy und dann noch eine Flut an Informationen und Aufgaben, die gefühlt „alleine“ bearbeitet werden müssen. Hier kommt Vieles zusammen, das schnell als belastende Situation wahrgenommen werden kann. Wenn dann auch noch das Kind beschäftigt werden möchte oder der Laptop lange nach der offiziellen Arbeitszeit immer noch aufgeklappt vor einem steht, kann das eigene Schutzschild schnell mal Risse bekommen und den Cortisolspiegel ungesund ansteigen lassen: es stellt sich dauerhafter Stress ein und Überforderung macht sich breit.

Mann mit Baby

Wie kann Resilienz aufgebaut werden?

Die gute Nachricht vorweg: Diese Stresssituationen können wir vermeiden. Denn Resilienz lässt sich trainieren. Hierbei handelt es sich nicht um eine feste Persönlichkeitseigenschaft, die wir entweder haben oder nicht haben, sondern um eine Fähigkeit, die aufgebaut werden kann. Mit einigen hilfreichen Informationen, Tipps und Hilfestellungen, kann jeder Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen und Stress zeigen und das eigene Wohlbefinden vor Überforderung – im Homeoffice, im Büro oder im Betrieb – schützen. Was es dazu braucht, ist als erstes ein Bewusstsein darüber, wie sich Resilienz zusammensetzt. Laut den Wissenschaftlern Reivich und Shatté sind es genau sieben interne und externe Ressourcen, die der Mensch benötigt, um herausfordernde Veränderungen gut bewältigen zu können. Je ausgeprägter diese Ressourcen zur Verfügung stehen, desto widerstandfähiger kann mit Stress und Krisen umgegangen werden. Diese Eigenschaften – Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Selbstregulation, Verantwortungsübernahme, soziale Beziehungen und Zukunftsplanung – werden auch als 7 Säulen der Resilienz bezeichnet.

 

7 Säulen der Resilienz

  1. Optimismus gilt als Eigenschaft, der Zukunft offen und positiv entgegenzublicken. Optimistische Menschen glauben an einen positiven Verlauf der Dinge und vertrauen darauf, dass sich selbst Schwierigkeiten oder Krisen zum Guten entwickeln werden.
  2. Akzeptanz bedeutet, dass Situationen so angenommen werden, wie sie sind. Das bedeutet auch, dass Situationen, die nicht mehr verändert werden können, losgelassen werden.
  3. Lösungsorientierung bezieht sich darauf, dass Menschen Ziele formulieren und sie in ihrem täglichen Handeln fokussieren. Bei Problemen wird stets nach Lösungen gesucht, um gut mit den Situationen umgehen zu können. Probleme werden somit nicht gleich negativ bewertet, sondern als Chancen gesehen.
  4. Selbstregulation meint in dem Kontext, dass resiliente Menschen sich aktiv darum bemühen, Situationen zu beherrschen. Sie regulieren ihre Gefühle so, dass sie in Balance mit der Situation sind und sie wirksame Strategien – durch Aktivierung oder Zurückfahren von Emotionen – entwickeln können.
  5. Verantwortungsübernahme bezieht sich auf Gedanken, Gefühle und Handlungen. Resiliente Menschen kontrollieren diese, nehmen ihr Leben so weit wie möglich selbst in die Hand und können ihren eigenen Einflussbereich gut abklären.
  6. Soziale Beziehungen sind wichtig. Resiliente Menschen verfügen und nutzen daher ihre sozialen Netzwerke, bauen qualitativ hochwertige Beziehungen auf und pflegen diese. Statt alle Situationen im Alleingang zu lösen, spielt auch eine gegenseitige soziale Unterstützung eine große Rolle.
  7. Zukunftsplanung umschreibt die aktive und bewusste Auseinandersetzung mit der Zukunft. Es werden Visionen und Ziele entwickelt und jene, die mit der eigenen Persönlichkeit am kompatibelsten sind, werden verfolgt. Dazu gehört auch, sich selbst zu reflektieren und Denkgewohnheiten sowie Entscheidungen zu überprüfen.

 

Resilienz im Homeoffice

Wer also etwa im Homeoffice sitzt, sich überfordert und gestresst fühlt, kann diese sieben Säulen für sich nutzen und Schritt für Schritt daran arbeiten, dass auch die stressigen Phasen im Job erträglicher werden. Dafür bietet es sich an, erst einmal in die Selbstreflexion zu gehen und zu prüfen, inwiefern positives Denken, der Blick in die Zukunft und proaktives, selbstbewusstes Handeln auf der Tagesordnung stehen. Zusätzlich kann es helfen, sich darüber Gedanken zu machen, welche Situationen Optimierungspotenzial bieten, welche sich (aus eigener Kraft) verändern lassen und inwiefern dort liegende Probleme in Chancen verwandelt oder ad acta gelegt werden können. Zu guter Letzt sollte dann auch noch ein Blick auf die Kollegen und den Chef geworfen werden. Wer hat mit ähnlichen Situationen zu kämpfen? Wer kann als gutes Vorbild dienen und wen können Sie gut um Unterstützung oder eine externe Perspektive bieten? Schauen Sie sich in Ihrem privaten sowie beruflichen Umfeld um, lassen Sie sich inspirieren und unterstützen. Auch in Corona-Zeiten können wir unsere Kontakte nutzen – digitale Tools wie Teams, Skype oder Zoom können uns selbstverständlich nicht nur be- sondern auch entlasten.

Live-Webinar | Resilienz im Homeoffice

Verbringen Sie Ihre Kaffeepause gemeinsam mit uns und erhalten Sie in unserem Live-Webinar Tipps und Tricks, wie Sie die aktuelle Situation erfolgreich meistern können. In lockerer Atmosphäre gibt Ihnen unsere Trainerin wichtige Impulse und Tools rund um die Widerstandsfähigkeit mit.