Schneller Strom „tanken"

Techniktrend: Hochenergie-Batterie für E-Autos

Batterie mit positiver Energieladung 

Mangelnde Reichweite und lange Ladezeiten bremsen derzeit noch die Elektromobilität. Doch US-Forscher der Pennsylvania State University könnten hier nun mittels einer hauchdünnen Nickelfolie – nur so schwer wie ein Cent-Stück – Starthilfe geben. Denn während gängige Lithium-Ionen-Zellen bei rascher Ladung das Risiko bergen, dass die Ladungsträger auf der Oberfläche der Elektrode haften bleiben und dort eine leistungs-hemmende metallische Schicht bilden, bedienen sich die Wissenschaftler einer Art eingebauten „Heizung“.

Vor dem Ladevorgang erhält die Nickelfolie einen kurzen Stromimpuls, der die Temperatur im Inneren auf bis zu 60 °C erhöht. Die Wärme verhindert die unerwünschte Lithium-Schicht und ermöglicht eine schnelle und hohe Energiezufuhr – die Akkus lassen sich innerhalb von zehn Minuten zu 80 % aufladen. Auch nach 2.500 Ladezyklen haben sie Messungen zufolge noch mehr als 90 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Bislang wurde die HochenergieBatterie nur unter Idealbedingungen in der Universität getestet. Perspektivisch könnte mit ihr die Stromtankstelle beim Faktor Zeit auch gegenüber der Benzinzapfsäule konkurrenzfähig werden.

Text: Bastian Korte
Copyrights: Chao-Yang Wang Lab, Penn State