Europaweit im Einsatz für die Qualität

Juri Lang macht so schnell niemand etwas vor, wenn es um Autos und deren technisches Innenleben geht. Der 38-jährige Maschinenbauingenieur ist aufgrund seines Studiums und seiner langjährigen Berufserfahrung ein Kenner der Branche. Sein Wissen nutzt er, um als Qualitätsmanager Zulieferer auf internationalem Boden zu bewerten.

Ein Autonarr ist er nicht und doch ist die Automobilindustrie zu seinem beruflichen Zuhause geworden: Nach seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker studierte Juri Lang Fahrzeugtechnik an der Hochschule Osnabrück und arbeitete im Rahmen eines Praxissemesters in der Entwicklungsabteilung eines Automobilkonzerns. Seither hat ihn die Branche nicht mehr losgelassen, schließlich habe sie große Bedeutung: „Die deutsche Automobilindustrie schafft durch ihre internationale Produktion Arbeitsplätze – auch im Ausland“, sagt Lang, der in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurde und 1993 im Alter von 14 Jahren nach Deutschland kam.

Seit 2013 ist der 38-Jährige bei Brunel für einen deutschen Automobilhersteller im Einsatz: Im Bereich Qualitätsmanagement Teile (QMT) kontrolliert er die Qualität der Produkte sowie die Arbeitsprozesse von Lieferanten. Anfang 2017 übernahm Lang die Steuerung eines Teams mit drei international arbeitenden Auditoren und fungiert als Schnittstelle zwischen ihnen und dem Kunden. Zuvor agierte der QMT-Experte selbst vier Jahre lang als Auditor im Ausland und stellte in dieser Zeit fest, wie wichtig neben fachlicher Kompetenz auch diplomatisches Auftreten und kommunikative Fähigkeiten sind: „Von sanft bis hart muss ich alle Tonarten beherrschen.“ Das tut Juri Lang – fließend auf Deutsch, Russisch und Englisch. Ob Spanien, Italien, Österreich, Slowakei oder Tschechien: Gefallen hat es Juri Lang überall, am liebsten war er aber in Spanien, wo er beispielsweise 2011 als Auditor die Standortverlegung eines Schraubenherstellers nach Valencia begleitete: „Die Spanier haben eine einzigartige Mentalität. Ihre Arbeitsmoral ist lockerer als in Deutschland, aber die Arbeit ist trotzdem zuverlässig.“Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm allerdings ein Erlebnis aus dem Jahr 2013 im italienischen Monza. Dort besuchte er einen Zulieferer, dessen Inhaber zwei Brüder im Seniorenalter sind. Einer der beiden führte Lang durch die Produktion und begrüßte jeden Mitarbeiter per Handschlag „So ein tolles Verhältnis zwischen Geschäftsführung und Personal ist heutzutage selten“, sagt Lang. „Die Mitarbeiter waren glücklich und zufrieden und leisteten genau deswegen sehr gute Arbeit.“ Und genau die gelte es akribisch zu überprüfen, denn: „Das Qualitätsmanagement nimmt eine Schlüsselrolle in der Automobilproduktion ein, deren oberstes Ziel es ist, Ressourcen zu schonen - entsprechend sollte es entlang der gesamten Prozesskette keine Fehlerquellen geben.“ Juri Lang und sein Team bewerten aktuell Autositze und Plastikteile produzierende Zulieferer in England, Luxemburg oder den USA. Der Projektleiter nimmt eher unregelmäßig persönlich Audits vor, vielmehr laufen bei ihm alle Fäden zusammen. „Bei Bedarf bin ich aber nach wie vor selbst bei den Lieferanten vor Ort“, sagt Lang, der genau diese Kombination aus Dienstreisen sowie QMTund Personalverantwortung schätzt. Bei Brunel habe er die Möglichkeit, bedeutende Positionen wie seine aktuelle zu bekleiden „und dabei etwas Konkretes zu bewirken. Innerhalb eines Automobilkonzerns wäre das so schnell nicht möglich gewesen."

Text: Anne-Katrin Wehrmann
Copyright Fotografie: Juri Lang

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