Ausbildung

Der Begriff Ausbildung beschreibt eine Bildungsmaßnahme, die durch Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten auf eine berufliche Tätigkeit in einem bestimmten Fachbereich vorbereitet. Nach erfolgreicher Beendigung wird dem Kandidaten ein offizieller Berufsabschluss verliehen, der ihn zur eigenständigen Ausübung der angestrebten Arbeit ermächtigt. In der Regel schließt sich eine Ausbildung an einen Schulabschluss an, kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Die Person, die eine Ausbildung durchläuft, wird als Auszubildender oder umgangssprachlich abgekürzt als „Azubi“ bezeichnet.

Wie findet man eine Ausbildung?

Vor Beginn der Ausbildungssuche sollte der Kandidat eine thematische Vorauswahl getroffen haben, die sich an seinen persönlichen Präferenzen orientiert. Um eine Ausbildung zu finden, steht einem zunächst der Weg der Initiativbewerbung offen. Bei der Suche nach ausgeschriebenen Ausbildungsplätzen unterstützt die Agentur für Arbeit. Immer weniger Ausbildungsbetriebe schalten Inserate in der örtlichen Presse. Eine immer größere Bedeutung kommt hingegen der Stellensuche im Internet zu. Hier existieren zahlreiche Portale, die Ausbildungsstellen auflisten und eine direkte Online-Bewerbung ermöglichen. Schüler werden auf Wunsch durch Schullaufbahnberater bei der Suche nach einer Ausbildung unterstützt.

 

 

Welche Ausbildungsarten gibt es?

Generell unterscheidet man die duale (betriebliche) und schulische Ausbildung. Dual bedeutet, dass der Auszubildende zwischen Praxisphasen in einem Ausbildungsbetrieb und theoretischen Anteilen in der Berufsschule wechselt. In diesem Fall besteht Anspruch auf ein Auszubildendengehalt durch den Betrieb. Eine schulische Ausbildung erfolgt Vollzeit in einer Berufsfachschule, in der das gesamte fachliche Wissen vermittelt wird. Praxiserfahrung sammelt der Teilnehmer durch regelmäßige Praktika in Unternehmen. Ein Recht auf Vergütung besteht (meistens) nicht, umgekehrt fallen häufig Gebühren an.

 

 

Für wen eignet sich eine Ausbildung?

Zunächst eignet sich eine Ausbildung für alle, die nach der Schule einen praktischen Beruf erlernen möchten und sich gegen ein Studium entscheiden. Auch Abiturienten, die vor einem Studium zunächst Praxiserfahrung sammeln möchten, entscheiden sich regelmäßig für eine Ausbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Ausbildung auch für Menschen ohne Schulabschluss geeignet.

 

 

Wie lange dauert eine Ausbildung?

Eine duale Ausbildung dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Die schulische Variante ein bis dreieinhalb Jahre; immer abhängig vom angestrebten Berufsabschluss. Festgelegt ist die individuelle Ausbildungszeit in der Ausbildungsverordnung sowie den Regelungen der jeweiligen Industrie-, Handwerks- und Berufskammern. Eine Abweichung von der regulären Ausbildungsdauer ist je nach Schulabschluss, Vorbildung und individuellem Leistungsstand möglich. Häufig wird eine Verkürzung beantragt. Auch eine Verlängerung ist möglich, zum Beispiel, wenn die Ausbildung in Teilzeit erfolgt.

 

 

Wie verhält sich die Vergütung bzw. die Finanzierung einer Ausbildung?

Im Rahmen einer dualen Ausbildung besteht Anspruch auf ein Gehalt. Dieses unterscheidet sich je nach Ausbildungsberuf und Lehrjahr. Das durchschnittliche Einkommen von Auszubildenden lag 2018 zwischen 859 EUR in Ostdeutschland und 913 EUR in Westdeutschland(1). Bei einer schulischen Ausbildung erhält der Teilnehmer keine finanzielle Vergütung, außer in Berufen, in denen dies durch Tarifverträge geregelt ist. Private Schulen müssen meist bezahlt werden, wobei hier zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten (BAföG, Bildungsdarlehen etc.) bestehen.

 

 

Welche Voraussetzungen müssen vor Ausbildungsantritt erfüllt sein?

Für zahlreiche Ausbildungsberufe wird ein Schulabschluss vorausgesetzt, zum Beispiel die Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss. In einigen Berufen ist das Bestehen eines Eignungstests Zugangsvoraussetzung für den Ausbildungsprozess. Jedoch können sich auch Menschen ohne Schulabschluss bewerben, insbesondere, wenn besondere Fähigkeiten bestehen, die im präferierten Beruf gefragt sind.

 

 

Welche Perspektiven haben Absolventen nach einer Ausbildung?

Nach erfolgreicher Ausbildung sind Absolventen berechtigt, in dem entsprechenden Beruf umfangreich tätig zu werden, ohne dabei an einen Betrieb gebunden zu sein. Mit einem Berufsabschluss erhöhen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt ebenso deutlich, wie die Karrierechancen im Allgemeinen. In zahlreichen Fachgebieten ermöglicht erst eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung, in dem gewünschten Beruf tätig zu werden.

 

 

Quelle:

Statista.com: Durchschnittliche monatliche Ausbildungsvergütung (brutto) in Deutschland im 1. bis 4. Ausbildungsjahr https://de.statista.com/statistik/daten/studie/193399/umfrage/ausbildungsverguetung-nach-ausbildungsjahren/