Brainteaser

Der Begriff Brainteaserkommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Gehirnkitzler“. Dabei handelt es sich um Rätselaufgaben, die von Personalverantwortlichen im Rahmen von Assessment Centern oder Vorstellungsgesprächen gestellt werden. Ziel ist es, den Bewerber in seinem analytischen und logischen Denken zu testen.

In welchen Unternehmen bzw. Positionen sollten Sie mit Brainteasern rechnen?

Brainteaser finden oft dann Anwendung, wenn bereits in den Anforderungen einer Stellenbeschreibung auf analytisches und logisches Denkvermögen hingewiesen wird. Die Spanne der Jobpositionen ist hierbei weitgefächert und reicht von Positionen im Controlling über solche im Management bis hin zu Stellenausschreibungen in der Informatik. Darüber hinaus sind Rätselaufgaben bei Bewerbungs-gesprächen von Unternehmensberatungen oder Banken beliebt. Aber auch Hochschulen oder Organisationen, die Stipendien anbieten, greifen bei einer hohen Anzahl an Bewerbern und vergleichsweise geringen Studien- oder Stipendienplätze auf Brainteaser im Bewerbungsgespräch zurück.

 

 

Folgende Fähigkeiten werden bei der Lösung von Brainteasern getestet

Stressresistenz: Wie ein Kandidat in Stresssituationen reagiert, erkennen Unternehmen meist erst, wenn der Bewerber bereits im Unternehmen arbeitet. Ein scheinbar unlösbarer Brainteaser kann diese Fähigkeit bereits im Vorstellungsgespräch auf die Probe stellen und Personalverantwortlichen Aufschluss darüber geben, wie Kandidaten auf herausfordernde Aufgaben im Arbeitsalltag reagieren.

Kreativität: Auch anhand des Lösungsweges können Personalverantwortliche ausmachen, wie kreativ Bewerber sind. Werden eher unkonventionelle Lösungswege gewählt, gibt das Aufschluss darüber, ob Bewerber fähig sind, quer zu denken und offen dafür sind auch mal abseits gewohnter Pfade zu gehen.

Logisches und analytisches Denken: Bei Brainteasern geht es nicht darum, dem Personaler die exakte Antwort auf eine Fragestellung zu geben. Vielmehr möchte der Personaler wissen, wie der Kandidat denkt und wie dieser an komplexe Aufgabenstellungen herangeht. Idealerweise geht der Bewerber in einen Dialog mit den Personalverantwortlichen und erklärt in Teilschritten seinen Weg zu einer möglichen Lösung.

Problemlösungsfähigkeit: Auch die Fähigkeit, wie ein Kandidat mit Problemen im Alltag umgeht, kann über Brainteaser getestet werden. Kandidaten, die sich von Beginn an vor Problemen und herausfordernden Aufgaben verschließen, signalisieren Personalverantwortlichen, dass sie auch im Berufsalltag Herausforderungen scheuen. Wer hingegen offen ist, Probleme als Chancen sieht und versucht, mögliche Lösungsansätze zu finden, der beweist, dass Probleme keine Hindernisse für erfolgreiche Projekte sein müssen.

Branchenspezifisches Fachwissen: Zwar geht es in Brainteasern nicht primär darum, das Fachwissen der Bewerber auf die Probe zu stellen. Dennoch sollten Bewerber ein mathematisches Grundverständnis mitbringen und je nach Stellenposition auch ihre Fachkenntnisse unter Beweis stellen können.

 

 

Welche Brainteaser-Arten gibt es?

Logikaufgaben: Ein perfekter Lebenslauf und ein überzeugendes Vorstellungsgespräch sagen noch lange nichts darüber aus, ob ein Bewerber tatsächlich logisch denken kann. Diese Fähigkeit soll über Logikaufgaben überprüft werden. Hier gilt: Nicht die korrekte Lösung der Problemstellung steht im Vordergrund sondern vielmehr die Tatsache, wie der Bewerber seine Problemlösungsfähigkeiten auf einen unbekannten Sachverhalt anwendet. So erfahren Personalverantwortliche viel über die Arbeits- und Denkweise des Kandidaten, ob er sich schnell in ungekannte Probleme hineindenken kann und wie er komplexe Aufgaben ohne großes Equipment lösen kann.

„Trial-and-Error"-Probleme: Bei Trial-and-Error-Problemen soll der Kandidat verschiedene Lösungswege ausprobieren um ans Ziel zu gelangen. Auf diese Weise möchten Personalverantwortliche erfahren wie Kandidaten mit Fehlern und Niederschlägen umgehen und ob die Bereitschaft vorhanden ist, sichere Wege zu verlassen, um zur Lösung zu finden.

„Outside-the-box“-Rätsel: Bei dieser Brainteaser-Art ist der Bewerber gefragt, unter Zeitdruck kreative Ideen zu entwickeln und Probleme aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Herausforderung besteht darin, gewohnte Denkmuster zu verlassen und sich unkonventionellen Lösungsansätzen zu öffnen.

Schätzfragen: Bei Schätzfragen möchten Unternehmen wissen, wie Bewerber an schwierige Aufgaben herangehen. Dabei kommt es auf den Lösungsweg an, den ein Bewerber wählt. Anhand des Lösungsweges können Personaler erahnen wie strukturiert ein Bewerber denkt und wie er die Schritte hin zur möglichen Lösung präsentiert.

Mathematisches Verständnis: Mathematisches Verständnis wird häufig im Controlling, der IT oder der Finanzdienstleistungsbranche abgefragt. Ähnlich wie bei den anderen Brainteaser-Arten auch wird getestet, wie strukturiert und analytisch Bewerber Aufgaben begegnen und ob sie bereit dazu sind, veraltete Denkweisen zu verlassen und neue Wege zu gehen.

 

Vorgehensweise zur Lösung von Brainteasern

Brainteaser scheinen oft auf den ersten Blick unlösbar zu sein. Wer dennoch die Ruhe bewahrt und die folgenden Schritte einhält, kann auch beim Brainteaser von sich überzeugen.

Den Sinn des Brainteasers verstehen: Wenn Sie mit einem Brainteaser im Vorstellungsgespräch oder im Rahmen eines Assessment-Centers konfrontiert werden, sollten Sie sich klar machen, dass in den wenigsten Fällen eine korrekte Lösung verlangt wird. Vielmehr geht es darum, wie Sie unter Druck versuchen, eine Lösung zu finden und ob Sie sich schnell in unbekannte Problemfelder hineindenken können.

Die Problemstellung verstehen: Brainteaser können Ihnen entweder mündlich oder schriftlich gestellt werden. Wichtig ist, dass Sie sich die Denkaufgabe aufmerksam durchlesen bzw. sich diese mit erhöhter Konzentration anhören. Sollten Sie Verständnisschwierigkeiten haben, dann machen Sie Ihren Gesprächspartner durch gezielte und kluge Fragen darauf aufmerksam.

Zur Orientierung ist es hilfreich, sich folgende Leitfragen zu beantworten:

- Welcher Art von Brainteaser ist die vorliegende Aufgabenstellung zugehörig?
- Um was geht in der Aufgabenstellung?
- Was soll herausgefunden werden?
- In welchen Kontext ist die Aufgabe eingebettet?

Den Lösungsweg ausarbeiten: Um den Lösungsweg auszuarbeiten bietet es sich an, Notizen zu machen oder, falls keine Vorbereitungszeit gewährt wird, sich ein Whiteboard oder Flipchart zur Hand zu nehmen. Ist die Aufgabenstellung sehr umfangreich hilft es zum eigenen Verständnis, alle notwendigen Informationen in Stichpunkten zu notieren. Wer besser mit Tabellen, Diagrammen oder kleinen Zeichnungen arbeitet, sollte auch keine Scheu haben, diese in Gegenwart der Personalverantwortlichen zu präsentieren. Schließlich gibt diese Vorgehensweise wiederum Aufschluss über Ihre Denkweise und Ihr Vorgehen. Daraufhin präsentieren Sie den Lösungsweg Schritt für Schritt. Achten Sie dabei auf eine nachvollziehbare Argumentation. Oft gibt es auch mehrere Lösungsmöglichkeiten. Sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich alle Lösungswege zu präsentieren. Sollten Sie im Rahmen Ihrer Präsentation auf Probleme in Ihrem Vorgehen stoßen, sollten Sie auch diese argumentieren und immer darauf achten, dass Sie im Dialog mit den Personalverantwortlichen bleiben.

Sich für eine Lösung entscheiden: Auf den Lösungsweg folgt die eigentliche Präsentation der Lösung. Gibt es mehrere Lösungen, liegt es an Ihnen zu entscheiden, welche die beste Lösung für die Problemstellung ist. Auch diese sollte in Gegenwart der Personaler gut begründet wiederlegt werden.  

Sollten Sie den Brainteaser, der Ihnen präsentiert wird, bereits kennen, empfehlen wir Ihnen nach einem alternativen zu fragen. Denn Personaler erkennen auf Anhieb, ob Sie einen Lösungsweg auswendig vortragen oder just im Moment durch verschiedene kreative Lösungsansätze und Hypothesen zur Lösung finden möchten.

 

Das sollten Sie vermeiden

  • Mit Aussagen wie „Das verstehe ich nicht“ oder „Brainteaser liegen mir nicht“ schießen Sie sich ins          Aus. Versuchen Sie den Brainteaser vielmehr als Herausforderung zu sehen und zeigen Sie                          Motivation, eine Lösung für die Problemstellung zu finden.
  • Auch wenn die Lösungsfindung Ihnen möglicherweise sehr schwerfällt, sollten Sie nicht aufgeben,            nach einer möglichen Lösung zu suchen. So beweisen Sie Durchhaltevermögen und Biss.
  • Vermeiden Sie, Ihren Gesprächspartnern zu unterstellen, dass Sie nicht genug Informationen zur              Lösung des Problems haben. Ein Brainteaser enthält grundsätzlich ausreichend Informationen.

"Outside-the-box"-Rätsel

Im Dunkeln versucht Carolin ein einheitliches Paar Socken aus dem Wäschekorb zu ziehen. Im Wäschekorb befinden sich 52 schwarze und 46 weiße Socken. Wie viele Socken muss Carolin aus dem Wäschekorb ziehen um ein Paar gleichfarbige Socken zu erhalten?

Schätzfrage

Wie viele Klavierstimmer gibt es in Manhattan?

Logik-Aufgabe

Miriam hat 4 Katzen. Alle außer drei kommen ums Leben. Wie viele Katzen hat Miriam noch?

Weblinks:

Karrierebibel: Knobelaufgaben: Brainteaser im Bewerbungsgespräch https://karrierebibel.de/brainteaser-bewerbungsgesprach/

Spiegel: Beispiele für Brainteaser im Vorstellungsgespräch: https://www.spiegel.de/fotostrecke/beispiele-fuer-brainteaser-im-vorstellungsgespraech-fotostrecke-79596.html

Staufenbiel: Brainteaser & Co. im Bewerbungsgespräch: https://www.staufenbiel.de/magazin/vorstellungsgespraech/brainteaser-co-im-bewerbungsgespraech.html