Eltern mit ihrem Kind

Elternzeit

Elternzeit ist eine zeitlich begrenzte und unbezahlte Freistellung vom Beruf für Eltern, die ihr Kind eigenständig betreuen möchten. Sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind, besteht ein Rechtsanspruch auf diese Form der Auszeit. Während der Elternzeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Die Verpflichtungen aus dem beschäftigten Arbeitsverhältnis ruhen während der Elternzeit. Anstelle des Gehaltes vom Arbeitgeber beziehen die Eltern staatliches Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des Lohns der vergangenen 12 Monate.

Wer hat Anspruch auf Elternzeit?

 Anspruch auf Elternzeit hat jeder Elternteil, bis das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat. Voraussetzung ist, dass sich der Antragsteller in einem beschäftigten Arbeitsverhältnis befindet, mit dem Kind zusammen in einem Haushalt lebt und die Erziehung selbst übernimmt. Beide Elternteile können die Elternzeit gemeinsam oder zeitlich gestaffelt wahrnehmen. Auch Beschäftigte in Teilzeit, Mini-Jobber oder solche im befristeten Arbeitsverhältnis haben einen Anspruch, ebenso wie Studenten oder Teilnehmer einer Fortbildung bzw. Umschulung. Der Beruf muss in Deutschland ausgeübt werden und der Arbeitsvertrag nach deutschem Recht geschlossen sein. Neben dem leiblichen Kind berechtigt auch die Erziehung eines Adoptivkindes, eines Pflegekindes in Vollzeitpflege, des leiblichen Kindes des Ehepartners sowie unter bestimmten Voraussetzungen des Enkelkindes oder Geschwisterteils zur Inanspruchnahme von Elternzeit. Sonderregelungen gelten für Beamte. Freiberufler, Selbstständige oder Schüler haben keinen Anspruch auf Elternzeit.

Wie lange darf die Elternzeit andauern?

Die Elternzeit kann von jedem Elternteil bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden. Daraus ergibt sich pro Elternteil ein maximaler Zeitraum von drei Jahren. Bei Geburten ab dem 01.07.2015 kann dieser am Stück oder in bis zu drei Abschnitten aufgeteilt werden. Darüber hinaus haben Antragsteller das Recht, zwei Jahre der Elternzeit in den Zeitraum zwischen dem dritten Geburtstag und Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes zu legen.

Wie wird die Elternzeit beantragt?

Elternzeit wird mindestens sieben Wochen vor Beginn direkt beim Arbeitgeber schriftlich beantragt, sofern sich diese direkt an die Geburt des Kindes anschließen soll. 13 Wochen beträgt die Frist, sofern die Auszeit zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres geplant ist. Aus dem Antrag muss hervorgehen, welcher Zeitraum für die Elternzeit beabsichtigt und ab wann eine Rückkehr zum Arbeitsplatz vorgesehen ist. Eine nachträgliche Verlängerung ist auf Antrag möglich. Die Antragsformulare müssen von Hand unterschrieben sein, ein Fax oder eine E-Mail sind nicht gültig. Die genannten Fristen haben keine Gültigkeit bei Adoptivkindern und Frühgeburten. Hier muss der Arbeitgeber die Elternzeit auch kurzfristig genehmigen.

Inwiefern sind Arbeitnehmer während der Elternzeit vor Kündigung geschützt?

Für beide Eltern besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Dieser beginnt mit dem Antrag auf Elternzeit, frühestens aber acht Wochen vor Beginn der elterlichen Auszeit. Ausnahmen gelten bei Insolvenz oder Stilllegung des Unternehmens sowie bei schwerer Pflichtverletzung durch den Arbeitnehmer. In letzterem Fall muss der Arbeitgeber für die Kündigung eine Genehmigung bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde einholen. Nach Ende der Elternzeit erlischt der besondere Kündigungsschutz.

Ist man während der Elternzeit kranken- und pflegeversichert?

Gesetzlich pflichtversicherte Arbeitnehmer sind während der Elternzeit beitragsfrei kranken- und pflegeversichert. Privat versicherte Eltern müssen die Beiträge weiterzahlen und es erlischt sogar der Arbeitgeberzuschuss. Für Angestellte und Beamte, die freiwillig gesetzlich versichert sind, erlischt die Beitragspflicht während der Elternzeit ebenfalls nicht.

Darf man während der Elternzeit arbeiten?

Grundsätzlich ist es möglich, während der Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Wird diese Vereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen, muss das wöchentliche Kontingent mindestens 15, aber höchstens 30 Stunden betragen. Eine verbindliche Regelung ist diesbezüglich nur möglich, wenn der Betrieb mindestens 15 Menschen beschäftigt.

Besteht nach der Elternzeit ein Anspruch auf den alten Arbeitsplatz?

Ja, da das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit lediglich ruhte. Kein Anspruch besteht auf die exakt selbe Beschäftigung. Der Arbeitgeber muss dem Rückkehrer allerdings einen gleichwertigen Arbeitsplatz anbieten. Das bedeutet, dass die Bezahlung nicht schlechter sein darf und die Tätigkeit den Qualifikationen des Arbeitnehmers entsprechen muss.

Wie sieht ein Wiedereinstieg nach der Elternzeit in den Beruf aus?

Vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz sollte der Wiedereinstieg gemeinsam mit dem Vorgesetzten sorgfältig geplant werden. Hiermit werden falsche Erwartungen auf beiden Seiten wirksam vermieden. Da das Beschäftigungsverhältnis nicht aufgehoben war, gibt es keine weiteren bürokratischen Hürden zu nehmen und der Arbeitnehmer kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück.