Motivationsschreiben

Karriere & Technik Newsletter

Jetzt abonnieren!

Das Motivationsschreiben, auch als Dritte Seite bekannt, ist Teil der Bewerbung und drückt die persönliche Motivation eines Bewerbers aus. Das Motivationsschreiben kann fester Bestandteil einer Stellenbewerbung und Initiativbewerbung sein, findet aber auch bei Bewerbungen für Stipendien, Stiftungen oder berufsbegleitenden Studiengängen Anwendung. Das Motivationsschreiben steht an dritter Stelle der Bewerbung und fügt sich damit dem Bewerbungsanschreiben und dem Lebenslauf an. Klar vom Motivationsschreiben abzugrenzen ist das Bewerbungsanschreiben, das dazu dient, die eigene Expertise und fachliche Eignung für die ausgeschriebene Stelle in den Vordergrund zu stellen.

Inhalt und Aufbau

 
Reihenfolge des Inhalts Sinn und Zweck

Überschrift

Der Personaler soll über die Überschrift auf einen Blick erkennen, um was es in diesem Teil der Bewerbung geht. Am gängigsten ist die Überschrift "Motivationsschreiben". Etwas außergewöhnlicher sind Headlines wie z.B. "Das zeichnet mich aus" oder "Das sind meine Talente"

Einleitung             

In den ersten ein bis zwei Sätzen der Einleitung informiert der Bewerber über seine persönliche Motivation, eine Stelle, ein Stipendium oder einen Studiengang antreten zu wollen. Von Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich, weil …“ ist abzuraten. Besser ist ein individueller Einstieg, der Bezug zum Unternehmen, der Branche, eigenen Erfahrungen, Talenten oder Fähigkeiten nimmt.

Hauptteil

Die Motivation, die bereits in der Einleitung geschildert wurde, sollte im Hauptteil durch entsprechende Argumente untermalt werden. Da im Rahmen des Bewerbungsanschreibens bereits Hard- und Softskills ausführlich erläutert werden, finden im Hauptteil des Motivationsschreibens hauptsächlich persönliche Beweggründe sowie der innere Antrieb und die besondere Eignung für die ausgeschriebene Stelle Platz.

Schluss             

Über den Schlussteil der Bewerbung weist der Kandidat darauf hin, dass er sich auf ein kommendes Vorstellungsgespräch freut. 

Wann wird ein Motivationsschreiben benötigt?

Hinweis in ausgeschriebenen Stellen: Wird in einer ausgeschriebenen Stelle ausdrücklich auf ein Motivationsschreiben hingewiesen, sollte der Kandidat seiner Bewerbung auch eines beifügen. Ansonsten laufen Bewerber Gefahr, von vornherein aus dem Bewerbungsprozess ausgeschlossen zu werden.

Initiativbewerbungen: Bei Initiativbewerbungen ist es sinnvoll, ein Motivationsschreiben beizufügen. Da es keine ausgeschriebene Stelle gibt, auf die sich ein Kandidat bewirbt, ist es umso wichtiger, den Personaler von seiner Motivation und der fachlichen Expertise für eine bestimmte Position im Unternehmen zu überzeugen. Dazu eignet sich ein Motivationsschreiben besonders gut. 

Pflichtfeld innerhalb eines Bewerberportals: Viele Unternehmen setzen heutzutage auf ein Bewerberportal, in dem Bewerber ihren Lebenslauf sowie Zeugnisse und Zertifikate hochladen. Ist der Upload eines Motivationsschreibens Pflicht, dann hat der Kandidat keine andere Wahl als ein Motivationsschreiben zu verfassen. Handelt es sich um ein optionales Feld, kann das Hochladen eines Motivationsschreibens ein zusätzlicher Pluspunkt sein.

Formale Kriterien eines Motivationsschreibens

 
Kriterien Erläuterung

Länge

Ein Motivationsschreiben ist max. eine DIN A4-Seite lang.

Schriftgröße/
Schriftart         

Diese sollten einheitlich mit den restlichen Unterlagen der Bewerbung sein.

Briefkopf

Das Motivationsschreiben wird mit den Kontaktdaten des Bewerbers eingeleitet. Darauf folgt die Anschrift des Unternehmens, bei der sich der Kandidat bewirbt.

Datum          

An dritter Stelle steht das rechts eingerückte Datum, an dem das Motivationsschreiben verfasst wurde. 

Förmliche Einleitung     

Ist der Ansprechpartner bekannt, sollte das Motivationsschreiben auch an diesen gerichtet sein. Ist der Ansprechpartner nicht bekannt, ist es sinnvoll mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ einzuleiten.

Abschluss         

Das Motivationsschreiben endet mit dem förmlichen Abschluss „Mit freundlichen Grüßen" und dem vollständigen Namen des Bewerbers.

Unterschrift  

Abschließend unterschreibt der Bewerber das Motivationsschreiben. 

Fließtext

In der Regel wird das Motivationsschreiben in einem Fließtext formuliert. So kann die eigene Motivation für die ausgeschriebene Stelle besser begründet werden. Darüber hinaus wirkt ein Fließtext persönlicher auf den potenziellen Arbeitgeber, was wiederum das Wesen des Motivationsschreibens untermauert.

Welche Anwendung findet das Motivations-schreiben außerhalb des Berufsumfelds?

Motivationsschreiben gibt es nicht nur im Berufsumfeld. Sie sind auch meist fester Bestandteil bei Bewerbungen für Stipendien, Auslandssemester oder Studiengänge. Macht die Hochschule, Universität oder Organisation keine weiteren Angaben, gelten der Aufbau sowie die formalen Kriterien eines klassischen Motivationsschreibens.
Das Motivationsschreiben zeichnet sich durch seine persönliche Note aus und richtet sich stets individuell an den Empfänger. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Motivationsschreiben für Stipendien, Studiengänge oder Auslandssemester an Partnerhochschulen auch inhaltlich. Welche Aspekte und Fragen in den jeweiligen Motivationsschreiben berücksichtigt bzw. beantwortet werden sollten, haben wir Ihnen kurz zusammengefasst.

 

Motivationsschreiben für ein Auslandssemester

Das sollte beachtet werden: Beim Motivationsschreiben für ein Auslandssemester sollten die länderspezifischen Anforderungen beachtet werden. Welche das sind, erfahren Studierende am besten auf der Website der ausländischen Hochschule. Darüber hinaus sehen es ausländische Hochschulen gerne, wenn bereits im Motivationsschreiben ersichtlich wird, dass sich der Bewerber über die ausländische Hochschule informiert hat.

Inhalt: Inhaltlich sollte das Motivationsschreiben folgende Fragen beantworten:

1. Wie begründet der Bewerber die Wahl eines bestimmten Landes?
2. Wie begründet der Bewerber die Wahl einer bestimmten Hochschule?
3. Wie begründet der Bewerber die Wahl eines bestimmten Austauschprogramms?
4. Welche Benefits bezogen auf die eigenen Qualifikationen und die Persönlichkeit hat der Bewerber durch das Austauschprogramm?
5. Welchen Mehrwert kann der Kandidat der Hochschule bieten?
6. Was ist das Ziel des Kandidaten mit dem Absolvieren des Auslandssemesters?
7. Welche Voraussetzungen bringt der Kandidat für das Auslandssemester mit? (Sprachniveau, Kenntnisstand zu den Lehrveranstaltungen, die der Bewerber belegen möchte etc.)

 

Motivationsschreiben für ein Stipendium

Das sollte beachtet werden: Organisationen, die Stipendien anbieten, legen ihr Hauptaugenmerk auf das soziale Engagement. Bewerber, die sich neben dem Studium oder neben dem Beruf sozial engagieren und Verantwortung für die Gesellschaft zeigen, haben deshalb gute Chancen in die engere Auswahl zu kommen. Darüber hinaus sollte sich der Bewerber mit den Werten der Organisation identifizieren können.

Inhalt: Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

1. Weshalb bewirbt sich der Bewerber für das Stipendium?
2. Warum ist die Wahl ausgerechnet auf die Organisation gefallen?
3. Welche Ziele werden mit dem Stipendium verbunden?
4. Warum ist der Bewerber ein geeigneter Kandidat für das Stipendium?
5. Welche Mehrwerte kann der Bewerber der Organisation bieten?
6. Welche sozialen und gesellschaftlichen Leistungen hat der Bewerber bisher erbracht?
7. Wie kann das eigene Vorhaben (z.B. Promotion) bestmöglich innerhalb der Organisation umgesetzt werden?

 

Motivationsschreiben für einen Studiengang

Das sollte beachtet werden: Damit ein Motivationsschreiben für einen bestimmten Studiengang wirklich erfolgreich ist, sollte sich der Bewerber die Inhalte der einzelnen Module genau anschauen. Im Motivationsschreiben bietet es sich dann an, einzelne Inhalte zu benennen und mit dem eigenen Wissen, den Interessen oder Erfahrungen zu belegen. So kann die Motivation für das Studium bestmöglich verdeutlicht werden. Ähnliches gilt für relevante Soft Skills. Auch diese sollten mit den Studienschwerpunkten bestmöglich verknüpft und anhand von persönlichen Beispielen belegt werden.

Inhalt: Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

1. Warum möchte der Bewerber geraden diesen Studiengang belegen?
2. Warum ist die Wahl des Bewerbers auf eine bestimmte Hochschule gefallen?
3. Inwiefern interessiert sich der Studieninteressent für die Studienschwerpunkte?
4. Welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen oder Interessen kann der Bewerber vorweisen, die die Wahl des Studiengangs begründen?
5. Warum sollte der Bewerber einen Studienplatz bekommen?
6. Welche Ziele werden mit dem Studium verfolgt?

Was ist der Unterschied zum Bewerbungs-schreiben?

Motivationsschreiben und Bewerbungsschreiben unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch darin, wo sie in der Bewerbung angeordnet sind.

 

Inhaltliche Unterscheidung

Inhaltlich fokussiert sich das Bewerbungsschreiben mehr auf die fachlichen Qualifikationen des Bewerbers. Das heißt es werden Kenntnisse, Qualifikationen und Berufserfahrungen herausgestellt, die begründen, dass ein Kandidat für eine ausgeschriebene Stelle geeignet ist. Das Motivationsschreiben hingegen setzt den Schwerpunkt auf die Persönlichkeit des Bewerbers und dessen Ziele. Der Bewerber kann im Motivationsschreiben demnach den persönlichen Antrieb für die Stelle näher umschreiben und auch persönliche Interessen und Hobbies benennen, sofern diese im Zusammenhang mit der persönlichen Entwicklung des Kandidaten oder mit der ausgeschriebenen Stelle stehen.

Dass sich das Motivationsschreiben vom Anschreiben inhaltlich unterscheidet, wird bereits im Betreff deutlich. Der Betreff des Anschreibens nimmt einen konkreten Bezug zum Job, in dem die konkrete Stellenbezeichnung genannt wird. Beispiele für mögliche Betreffzeilen des Anschreibens könnten folgende sein: „Bewerbung auf die Stelle „Softwareentwickler“, Kennziffer: 4536“. Im Falle des Motivationsschreibens soll über den Betreff beim Personaler Interesse geweckt werden. In der Regel wird dieser auch individueller formuliert und könnte so lauten: „Meine Motivation“ oder „Meine Stärken“. Auf den Betreff folgt die Einleitung. Im Anschreiben sollte diese genutzt werden, um sich kurz vorzustellen und bereits erste Hinweise auf Qualifikationen zu geben. Zudem sollte der Bezug zum Unternehmen nicht fehlen. Im Motivationsschreiben hingegen teasert der Bewerber in der Einleitung die eigene Motivation an und verknüpft diese beispielsweise mit den Werten oder der Ausrichtung des Unternehmens, der Organisation oder Hochschule. Eine detailliertere Begründung der eigenen Motive anhand von Beispielen und Erfahrungen für den ausgeschriebenen Job, das Stipendium oder das Auslandssemester folgt im Hauptteil. Im Hauptteil des Anschreibens geht es vielmehr darum, die eigenen Qualifikationen, Kompetenzen und Berufserfahrungen mit den Anforderungen der Stelle zu verknüpfen. Der Schlussteil des Anschreibens und des Motivationsschreibens unterscheiden sich nicht wesentlich. Im Falle des Motivationsschreibens sollte jedoch die persönliche Note beibehalten werden. In beiden Fällen gilt, das Interesse für die ausgeschriebene Stelle oder die Organisation nochmals deutlich und prägnant zu untermalen.

 

Positionierung in der Bewerbung

Das Anschreiben ist das erste Dokument, was der Personaler vom Bewerber zu sehen bekommt. Deshalb liegt es als loses Blatt auf der Bewerbungsmappe. Das Motivationsschreiben bildet die dritte Seite in der Bewerbung und befindet sich hinter dem Lebenslauf. Der Begriff „Dritte Seite“ sollte an dieser Stelle nicht wörtlich verstanden werden. Es deutet nur auf die Position des Motivationsschreibens in der Bewerbung hin (dritte Position), nicht aber auf die Anzahl der Seiten. Umfasst z.B. der Lebenslauf zwei Seiten, befindet sich das Motivationsschreiben weiterhin an dritter Stelle in der Bewerbung, aber auf Seite vier.

Was sollte im Motivationsschreiben vermieden werden? 

Floskeln: Ein Motivationsschreiben sollte möglichst individuell verfasst werden und am besten so geschrieben sein, das daraus die Persönlichkeit des Bewerbers ersichtlich wird. Deshalb sollten Floskeln wie „Ich bin besonders kommunikationsstark und ein Teamplayer“ vermieden werden. Besser ist es, wenn Soft Skills anhand von Beispielen und Erfahrungen aus dem Berufs- oder Privatleben belegt werden. Möchte ein Bewerber z.B. sagen, dass er eine hohe Eigenmotivation oder Engagement an den Tag legt, kann er dies z.B. mit sozialem oder gesellschaftlichem Engagement belegen. 

Rechtschreibfehler: Rechtschreibfehler können dem Empfänger das Signal geben, dass der Bewerber nicht sorgfältig arbeitet und die Bewerbung auf einen Job, Studienplatz, Stipendium oder Auslandssemester nicht die höchste Priorität für den Bewerber hat. Deshalb sollte das Motivationsschreiben z.B. von Freunden oder Bekannten gegengelesen werden. 

Nacherzählung des Lebenslaufs: Sinn und Zweck des Motivationsschreibens ist es nicht, den Lebenslauf erneut wiederzugeben. Vielmehr soll die Motivation des Bewerbers im Vordergrund stehen. Ist es zur Begründung behilflich, einzelne Station des Werdegangs in diesem Zusammenhang zu erwähnen, kann das der Bewerber tun. 

Fehlender Bezug: Durch einen fehlender Bezug zum Unternehmen, der Organisation bzw. zur Hochschule wirkt das Motivationsschreiben austauschbar und bewirkt beim Empfänger die Vermutung, dass sich der Bewerber nicht richtig mit der ausgeschriebenen Stelle, dem Stipendium, dem Studienplatz oder der Hochschule beschäftigt hat. Der Bewerber sollte deshalb immer Interessen, Erfahrungen und Motivation mit der Einrichtung verknüpfen bei der er sich bewirbt. So fühlt sich der Empfänger angesprochen und der Bewerber suggeriert, dass er sich mit der Einrichtung auch tatsächlich inhaltlich befasst hat.

Welche Alternativen gibt es zum Motivationsschreiben?

Motivationsschreiben geben potenziellen Arbeitgebern die Möglichkeit, den Bewerber von einer persönlichen Seite kennenzulernen. Sie erfahren die Beweggründe für die Bewerbung auf einen bestimmten Job oder ein Stipendium/Studienplatz. In Zeiten der Digitalisierung gewinnen jedoch zunehmend digitale Formate an Bedeutung wie z.B. das Bewerbungsvideo. Arbeitgeber erleben den Bewerber so in live und können sich ein besseres Bild davon machen, ob der Kandidat tatsächlich ins Team passt. Für Bewerber kann das Bewerbungsvideo ebenfalls von Vorteil sein. Wer sich gut vor der Kamera präsentieren kann, kann dem zukünftigen Arbeitgeber seine Motivation unter Umständen authentischer übermitteln als über ein Motivationsschreiben. Eine weitere Alternative für Motivationsschreiben stellen Live-Videochats dar. Bevor der Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, vereinbart der Arbeitgeber einen Live-Videochat mit dem Bewerber, in dem dieser die Motivation des Kandidaten in einem Timeslot von fünf bis zehn Minuten prüft. 

Motivationsschreiben Muster

Hier können Sie sich eine kostenlose Vorlage für Ihr Motivationsschreiben im Word- und PDF-Format sowie als Google Docs-Vorlage herunterladen. Das Motivationsschreiben dient als Beispiel und kann Inspiration für ein eigenes Motivationsschreiben bieten. Bei Nutzung der Vorlage sollte der Inhalt individuell auf die jeweilige Stellenposition und den eigenen Werdegang angepasst werden.

Weblinks:

karriere.at: Vorlage und Tipps https://www.karriere.at/c/motivationsschreiben

stepstone.de: Das perfekte Motivationsschreiben https://www.stepstone.at/Karriere-Bewerbungstipps/motivationsschreiben-einfach-gemacht/