Talentpool

Talentpool

Der Talentpool wird im Personalwesen im Rahmen der Mitarbeiterrekrutierung eingesetzt und ist als Datenbank zu verstehen, in der Bewerber- und Mitarbeiterprofile für eine bestimmte Zeit gesammelt und gespeichert werden. Wenn eine Stelle im Unternehmen frei wird, können geeignete Kandidaten aus dem Talentpool angesprochen und im nächsten Schritt zum Screening eingeladen werden. Welche Daten sich im Talentpool befinden und für welche Zwecke diese verwendet werden, ist von Branche und Unternehmen abhängig. Alle Talentpools vereint jedoch das Ziel, die Personalbeschaffung zu sichern. Es wird zwischen internen und offenen Talent Pools unterschieden. Interne Talent Pools sind Datenbanken innerhalb von Unternehmen, die Mitarbeiter- und Bewerberprofile enthalten. Offene Talentpools sind frei zugängliche Portale sowohl für Unternehmen als auch Bewerber und meist branchenspezifisch konzipiert.

Welche Personengruppen können im Talentpool enthalten sein?

  • Besonders qualifizierte Mitarbeiter des eigenen Unternehmens: Bei der Neubesetzung von Stellen lohnt es sich in die eigenen Reihen zu schauen. Oft bringen Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen bereits die passenden Fähigkeiten und Qualifikationen für die neue Jobausschreibung mit. Das spart Kosten und Zeit. Zusätzlich signalisiert es den eigenen Mitarbeitern, welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen möglich sind.
  • Ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens: Ehemalige Mitarbeiter in den Talent Pool aufzunehmen hat den Vorteil, dass sie dem Unternehmen näherstehen und bereits mit der Unternehmenskultur vertraut sind. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass sich der Prozess bis hin zur Einstellung von ehemaligen Mitarbeitern deutlich verkürzt. Das spart Kosten und Zeit für das Unternehmen.
  • Ehemalige Bewerber: Auch Bewerber, die beim ersten Anlauf nicht erfolgreich waren, können dem Anforderungsprofil einer zukünftigen Stelle entsprechen. Deswegen lohnt es sich auch diese Zielgruppe gut im Augen zu behalten.
  • Ehemalige Auszubildende, Praktikanten, Werkstudenten: Ausbildungs-, Praktikanten- und Werkstudentenprogramme eigenen sich für Unternehmen gut dazu, einen Einblick in die Arbeitsweise dieser Zielgruppe zu bekommen. Nach erfolgreichem Studium oder Ausbildung können Unternehmen die Chance nutzen ehemalige Auszubildende, Praktikanten oder Werkstudenten über eine Festanstellung an sich zu binden.

 

Quellen, um den Talentpool zu befüllen

  • Social-Media-Recruiting: Berufliche Netzwerke wie XING und LinkedIn eignen sich gut, um Einblick in berufliche Profile zu erhalten und direkt mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu treten. Darüber hinaus können offene Stellenangebote in Gruppen geteilt werden und so einer breiten Masse zugänglich gemacht werden.
  • Informelles Netzwerken auf Karriere-, Hochschul- und Fachmessen: Auch wenn der Aufwand, das eigene Unternehmen auf einer Messe zu repräsentieren, deutlich höher ist, lohnt es sich. Auf Messen können potenzielle Bewerber persönlich angesprochen werden, wodurch eine stärkere Beziehung zum Personalreferenten und zum Unternehmen aufgebaut werden kann. Im günstigsten Fall können die Kontaktdaten der Bewerber direkt mit in den Talent Pool aufgenommen werden.
  • Mitarbeiterempfehlungen: Erfolgversprechend sind ebenfalls Mitarbeiterempfehlungen. Die eigenen Mitarbeiter kennen das Unternehmen am besten und können meist selbst gut einschätzen wer ins Team passt.

 

Bedeutung des Talentpools

Hochqualifizierte Fachkräfte sind nach wie vor rar gesät und insbesondere in den Branchen IT und Engineering schwer zu finden. Ein Talentpool ermöglicht es Unternehmen, potenzielle zukünftige Mitarbeiter zu binden und zu einem späteren Zeitpunkt zu rekrutieren. So ist die Chance größer, auch kurzfristig offene Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen. Das belegt auch eine Studie der Universität Bamberg zum Thema Recruiting Trends 2019. Demnach zählt der Talentpool unter 1000 befragten Unternehmen zum beliebtesten Active Sourcing Kanal. Rund ein Fünftel (22,1%) aller offenen Stellen werden versucht, mit Kandidaten aus Talentpools zu besetzen.

 

Wesentliche Kriterien für den Erfolg eines Talentpools

  • Qualität vor Quantität: Es sollten nur solche Kontakte in die Datenbank aufgenommen werden, deren Profil zukünftig interessant werden könnte.
  • Pflege der Kontakte: Um potenzielle Kandidaten an das eigene Unternehmen zu binden, ist es entscheidend, die Kontakte regelmäßig mit relevanten Informationen, wie z.B. Newslettern, zu versorgen oder die Aufmerksamkeit immer wieder über spezielle Angebote und Events auf das Unternehmen zu lenken. Das können z.B. Veranstaltungen wie ein Tag der offenen Tür oder Weiterbildungsseminare sein.
  • Einbezug der Fachabteilung: Der Talentpool zählt als Instrument klar zur HR-Abteilung. Letztendlich sind es aber die jeweiligen Fachabteilungen, die viel besser über die Eignung eines Kandidaten entscheiden können. Deshalb sollte immer Rücksprache mit der jeweiligen Fachabteilung gehalten werden.
  • Einhaltung des Datenschutzrechts: Spätestens seit Inkrafttreten der neuen DSGVO am 25. Mai 2018 dürfen Bewerberprofile nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Kandidaten im Talentpool hinterlegt werden. Darüber hinaus dürfen nur bestimmte Personen Zugriff auf die im Talentpool enthaltenen personenbezogenen Daten haben.