Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch (auch als Bewerbungsgespräch bekannt) ist ein persönliches Gespräch zwischen Personalentscheidern und Bewerbern und Teil des Recruiting-Prozesses. Vorstellungsgespräche finden in der Regel in den Räumlichkeiten des Unternehmens statt, können alternativ aber auch telefonisch oder per Videokonferenz geführt werden.

Ablauf eines Vorstellungsgesprächs:

Das klassische Bewerbungsgespräch läuft in der Regel in folgenden Schritten ab:

  • Begrüßung
  • Smalltalk
  • Präsentation der Produkte/Dienstleistungen von Seiten des Unternehmens
  • Kurzpräsentation des Bewerbers zur eigenen Person und zum Werdegang
  • Fragen zu den beruflichen Stationen, Qualifikationen und Stärken sowie zur Motivation des Bewerbers, im Unternehmen und in der angestrebten Position arbeiten zu wollen
  • Fragen von Seiten des Bewerbers
  • Verabschiedung

Tipps für das Vorstellungsgespräch:

Vor dem Bewerbungsgespräch

An- und Abreise: Planen Sie Ihre Anreise weit genug im Voraus und sorgen Sie für einen ausreichenden Zeitpuffer am Anreisetag. So können Sie vermeiden, dass Sie vor dem Vorstellungsgespräch in einen ungeplanten Stau kommen oder Sie nicht rechtzeitig zum Vorstellungsgespräch kommen wegen einer ungünstigen Verbindung von Bussen und Bahnen.

Outfit: Achten Sie auf ein Outfit, das der Branche und dem Unternehmen entsprechend ist. Bevor Sie sich auf ein Outfit festlegen, hilft es auch, einen Blick auf die Website Ihres Unternehmens zu werfen. Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch z.B. bei Banken oder Versicherungen haben, sollten Sie auf ein klassisches Outfit zurückgreifen. Für Herren eignet sich ein Anzug, für Damen ein Kostüm oder Hosenanzug. Bewerben Sie sich z.B. bei Agenturen oder Start-Ups für einen kreativen Job, dann sollten Sie auch mit Ihrer Kleidung Dynamik und Kreativität ausstrahlen. Greifen Sie beispielsweise auf helle Farben zurück. Diese strahlen Lebendigkeit aus. Achten Sie darüber hinaus auf einen stilvollen, modernen und trendigen Look, der Ihren Charakter unterstreicht.

Vorbereitung: Informieren Sie sich im Vorhinein gut über das Unternehmen, bei dem Sie sich vorstellen möchten, dessen Produkte und Dienstleistungen sowie über Ihre Ansprechpartner. Recherchieren Sie dazu auf der Website Ihres potenziellen Arbeitgebers.

  • Üben Sie vor dem Vorstellungsgespräch, sich und Ihren Werdegang in maximal 2 bis 3 Minuten zu präsentieren. Führen Sie sich dazu die verschiedenen Stationen aus Ihrem Lebenslauf vor Augen und achten Sie auf einen klaren, strukturierten und logischen Aufbau.
  • Wenn Sie sich alleine auf das Jobinterview vorbereiten, lohnt es sich, ein Video von sich selbst zu drehen. Körperhaltung, Gestikulation, Mimik, Blickkontakt und Stimmlage können auf diese Weise gut analysiert werden.
  • Erstellen Sie sich einen Katalog mit möglichen Fragen, die Ihnen die Personalverantwortlichen stellen könnten. Bereiten Sie zu jeder Frage mögliche Antworten vor.
  • Wenn Sie sich für eine Stelle in einem international tätigen Unternehmen beworben haben oder bereits in der Stellenausschreibung erwähnt wurde, dass Fremdsprachenkenntnisse eine Voraussetzung sind, dann sollten Sie sich darauf einstellen, dass Sie auch während des Jobinterviews einige Fragen auf Englisch oder auf einer anderen Sprache beantworten müssen.

Während des Bewerbungsgesprächs

  • Timing: Kommen Sie pünktlich zum Vorstellungsgespräch und melden Sie sich am Empfang ca. 10 Minuten vor Start des Bewerbungsgesprächs an. Ein zu frühes Erscheinen setzt Personalverantwortliche zeitlich unter Druck.
  • Begrüßung: Achten Sie bei der Begrüßung darauf, dass Sie allen Personalverantwortlichen, die am Jobinterview teilnehmen, die Hand geben und währenddessen Blickkontakt zu Ihren Gesprächspartnern aufnehmen. Ein freundliches Lächeln gibt Ihrem Gegenüber ein positives Gefühl. Achten Sie darüber hinaus auf einen angenehm festen Händedruck. Damit wird indirekt ein standhafter und durchsetzungsstarker Charakter in Verbindung gebracht.
  • Gesprächsführung: Da Sie Gast im Unternehmen sind, übernehmen die Personalverantwortlichen die Gesprächsführung. Lassen Sie sich deshalb in den Raum führen, indem das Vorstellungsgespräch stattfinden wird und nehmen Sie erst dann Platz, wenn Sie Ihr Gesprächspartner ausdrücklich darauf hinweisen. Über einen kurzen Smalltalk, z.B. über Ihre Anreise, brechen Sie das Eis.
  • Präsentation: Präsentieren Sie während des Vorstellungsgesprächs nur solche Qualifikationen, Erfahrungen und Interessen, die auch tatsächlich für die ausgeschriebene Stelle entscheidend sind. Bleiben Sie ehrlich, authentisch und selbstbewusst und setzen Sie Ihre Stärken und Talente gekonnt in Szene. Halten Sie auch Arbeitsproben sowie Ihre Bewerbungsmappe mit allen wichtigen Unterlagen bereit.
  • Fragen stellen: Stellen Sie während des Vorstellungsgesprächs Fragen, um dem Personalverantwortlichen zu signalisieren, dass Sie Interesse an der ausgeschriebenen Stelle haben.

Nach dem Bewerbungsgespräch

Wenn Sie nach dem Vorstellungsgespräch immer noch von dem Job-Angebot überzeugt sind, können Sie Ihre Chancen durch ein Dankesschreiben erhöhen. Folgendes sollten Sie beachten:

  • Das Dankesschreiben sollte nicht später als ein bis zwei Tage nach dem Vorstellungsgespräch abgesendet werden.
  • Achten Sie darauf, dass Sie ein individuelles Dankesschreiben formulieren, was sich inhaltlich auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle bezieht
  • Vermeiden Sie im Anschreiben zu sehr den Personalverantwortlichen zu schmeicheln. Das kann aufdringlich wirken.

 

Wie lange dauert in der Regel ein Vorstellungsgespräch?

Die Dauer des Vorstellungsgesprächs ist von mehreren Faktoren wie der angestrebten Position, der Anzahl an Teilnehmern sowie der Überzeugungskraft des Bewerbers abhängig. Bei berufserfahrenen Bewerbern kann das Vorstellungsgespräch mehrere Stunden andauern, da eine Fehlentscheidung bei der Auswahl des Bewerbers oft schwerwiegender ist als bei einem Berufsanfänger. Bei Berufseinsteigern rechnen Personaler ca. eine Stunde ein. Aber auch das kann von Unternehmen zu Unternehmen variieren.

Welche Unterlagen sollten zum Vorstellungsgespräch mitgenommen werden?

Sinnvoll ist es, Kopien des eigenen Lebenslaufs, wichtige Zeugnisse und Zertifikate sowie einen Ausdruck der Stellenausschreibung mit zum Vorstellungsgespräch zu bringen. Das macht einen guten Eindruck auf Personalverantwortliche und gibt Selbstsicherheit. Darüber hinaus ist es von Vorteil, einen Notizblock und Schreibutensilien für Anmerkungen mitzubringen.

Muss ich mir für ein Vorstellungsgespräch Urlaub nehmen oder kann ich mich freistellen lassen?

Befindet sich der Arbeitnehmer in einem vom Arbeitgeber gekündigten oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis, das ausläuft, ist der Arbeitgeber laut § 629 BGB dazu verpflichtet, den Arbeitnehmer für die Zeit des Vorstellungsgesprächs bezahlt freizustellen, ohne dass der Arbeitnehmer die Fehlzeiten nacharbeiten muss. Arbeitnehmer, die sich in der Probezeit befinden oder nur kurzfristig beschäftigt sind, sind von dieser gesetzlichen Regelung ausgeschlossen.


Einblick in typische Fragen aus dem Vorstellungsgespräch

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Personalverantwortliche zielen mit dieser Frage darauf ab, herauszufinden, welche Karrierepläne ein Bewerber hat und ob diese mit der ausgeschriebenen Position vereinbar sind. Bewerber sollten diese Frage firmenorientiert beantworten und erläutern, welche Ziele und Karrierewege sie im Unternehmen anstreben. Diese sollten entsprechend der ausgeschriebenen Stelle realistisch erreichbar sein. Klingt der Bewerber zudem motiviert und zuversichtlich, kann die Antwort auf die Frage ein Erfolg werden. 

Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Bei dieser Frage möchten Personalverantwortliche herausfinden, ob ein Kandidat wirklich für die ausgeschriebene Stelle geeignet ist. Bei der Antwort auf diese Frage sollten Bewerber darauf achten, sich auf drei bis vier Stärken und Gründe zu konzentrieren und diese in maximal sechs bis acht Minuten erläutern.

Warum möchten Sie wechseln?

Bei dieser Frage geht es darum herauszufinden, wie die Motivation des Bewerbers ist und welche Erwartungen hinter dem Jobwechsel stehen. Motivation und Erwartungen sollten auf die ausgeschriebene Stelle abgestimmt sein. Sinnvoll ist es z.B. zu antworten, dass die Entwicklungsperspektiven der neuen Stelle sehr attraktiv sind. Vermeiden sollten Bewerber, den alten Arbeitgeber in einem schlechten Licht darzustellen. Das macht einen unprofessionellen Eindruck.

Was sind Ihre Schwächen?

Personalverantwortliche möchten über diese Frage herausfinden, wie gut sich Kandidaten selbst einschätzen können und wie selbstkritisch diese mit sich umgehen. Bewerber sollten auf diese Frage möglichst ehrlich antworten und zwei bis drei echte Schwächen zugeben sowie mögliche Lösungsansätze erläutern. So beweisen Bewerber emotionale Reife.

 

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