Zwischenzeugnis

Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis ist eine Sonderform des Arbeitszeugnisses, das aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus vom Arbeitgeber oder auf Wunsch des Arbeitnehmers erstellt wird. Das Zwischenzeugnis beinhaltet eine Leistungsbewertung des Arbeitnehmers und kann bei Bewerbungen oder zur Vorlage bei Institutionen oder Ämtern dienen. Weist der Arbeitnehmer einen triftigen Grund vor, ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Zwischenzeugnis auszustellen.

Gründe für die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses

  • Der Vorgesetzte wechselt
  • Der Arbeitnehmer wechselt seine Position oder die Abteilung innerhalb des Unternehmens.
  • Der Arbeitnehmer plant einen Arbeitgeberwechsel
  • Der Arbeitnehmer befürchtet betriebliche Umstrukturierungen wie eine Firmenübernahme oder Firmeninsolvenz

Inhalt und Aufbau eines Zwischenzeugnisses

  1. Persönliche Daten des Arbeitnehmers, Eintrittsdatum sowie der Grund, weshalb das Zwischenzeugnis vom Arbeitnehmer angefordert wurde
  2. Beschreibung der Tätigkeiten und Aufgaben
  3. Bewertung der Leistung, des Fachwissens, der sozialen Kompetenz, der Motivation 
  4. Schlussformulierung
  5. Unterschrift des Vorgesetzten

Wann haben Arbeitnehmer ein Recht auf ein Zwischenzeugnis?

Gesetzlich sind Arbeitgeber nicht verpflichtet, ein Zwischenzeugnis auszustellen. Bei folgenden Gründen kann der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis u.a. dennoch gerechtfertigt sein:

  • Der Arbeitnehmer wird befördert
  • Es handelt sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis und das Ende steht kurz bevor
  • Der Arbeitnehmer übernimmt eine neue Position im Unternehmen oder wechselt in eine andere Abteilung
  • Wechsel des Vorgesetzten
  • Insolvenz oder dauerhafte Schließung des Unternehmens
  • Zur Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme
  • Mehrmonatige Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses z.B. in Form einer Elternzeit oder eines Sabbaticals

Was ist der Unterschied zwischen einem einfachen und qualifizierten Zwischenzeugnis?

Das einfache Zwischenzeugnis belegt ausschließlich, dass sich der Arbeitnehmer in einem Beschäftigungsverhältnis bei einem bestimmten Unternehmen befindet und gibt Auskunft über die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses. Zusätzlich enthält das einfache Zwischenzeugnis eine kurze Aufgabenbeschreibung. Das qualifizierte Zwischenzeugnis gibt darüber hinaus eine Beurteilung der Leistung des Arbeitnehmers ab und bewertet dessen Sozialverhalten.

Welche formalen Kriterien müssen bei der Erstellung des Zwischenzeugnisses beachtet werden?

Wird das Zwischenzeugnis schriftlich ausgestellt, muss dieses auf Geschäftspapier abgedruckt sein und einen tadellosen Zustand vorweisen. Das Zwischenzeugnis darf keine Flecken, Knicke, Radierungen, Lochungen sowie Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten.

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