Lean Management

Lean Management ermöglicht es Unternehmen, Ihre Wertschöpfungsketten effizienter, nachhaltiger und produktiver zu gestalten. Qualitätssteigerungen und Kostensenkungen werden hierdurch ebenso generiert wie eine verbesserte Kundenorientierung. Lean Management bedeutet, ein schlankes Management zu etablieren und zeitliche, finanzielle und materielle Ressourcenverschwendungen aktiv zu vermeiden. Mit einer harmonisch aufeinander abgestimmten Wertschöpfungskette bewegt sich das Unternehmen stets sehr nah an den Kundenbedürfnissen.

Inhaltsverzeichnis

- Bedeutung und Ursprung
- Bedeutung im heutigen Prozessmanagment
- Zweck und Einsatzgebiete des Lean Managements
- Vorteile
- Methoden
- Aufbau von Lean Management-Kompetenzen im Unternehmen
- Etablierung von Lean Management im Unternehmen

Was bedeutet Lean Management?

Aus dem Englischen kommend, bedeutet Lean Management wörtlich übersetzt „schlankes Management“. Und diese Bezeichnung sollte Programm sein, denn eine übersichtliche Wertschöpfungskette hält die Lieferfähigkeit permanent aufrecht und vermeidet die Verschwendung von Ressourcen. Im Ergebnis steht eine erhöhte Produktqualität, verbunden mit mehr Kundenzufriedenheit. Es gilt, die fünf Prinzipien des Lean Managements zu beachten:

  1. Kundenwert identifizieren
  2. Wertstrom identifizieren
  3. Produktionsfluss erzeugen
  4. Pull-Prinzip implementieren
  5. Perfektion anstreben

 

 

Wo kommt Lean Management ursprünglich her?

Das Prinzip des Lean Managements entstammt dem produzierenden Gewerbe, genauer gesagt der japanischen Automobilindustrie. Dort wurde es Mitte des 20. Jahrhunderts eingeführt. Als Gründer des Lean Managements gilt Taiichi Ōno von Toyota.

 

 

Welche Bedeutung hat Lean Manage-ment im heutigen Prozessmanagement?

Globalisierung und Digitalisierung bedeuten für Unternehmen, dass Wertschöpfungsketten und Kundenkontakte zunehmend internationaler werden. Der Klimawandel verlangt ein nachhaltigeres Wirtschaften und die Vermeidung umfangreicher Ressourcenverschwendung. Die letztgenannten Attribute dienen heute nicht nur finanziellen Einsparungen und positiver Öffentlichkeitswirkung, sondern sind zur Überlebensfrage des Planeten und seiner Bewohner geworden. Lean Management war somit nie wichtiger als heute.

 

 

Wozu wird Lean Management eingesetzt?

Durch Lean Management steigern Unternehmen Qualität, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit. Störfaktoren wie Redundanz, Rohstoffverschwendung und Lieferschwierigkeiten werden im Umkehrschluss aktiv vermieden. Optimalerweise erzeugt Lean Management für das Unternehmen Wachstum, Marktpositionierung und Expansion.

 

 

In welchen Bereichen kommt Lean Management hauptsächlich zum Einsatz?

Vor allem im produzierenden Gewerbe und im Umfeld industrieller Fertigung arbeiten Unternehmen mit Wertschöpfungsketten. Überall dort kommt Lean Management optimalerweise zum Einsatz. Auch Branchen wie Logistik, Administration, Instandhaltung und Projektmanagement profitieren von schlankem Management, größtmöglicher Kundenorientierung und fortlaufender Prozessoptimierung.

 

 

Welche Vorteile hat Lean Management?

Maximale Kundenzufriedenheit und Produktqualität bei minimaler Ressourcenverschwendung und kleinstmöglichem Verwaltungs- bzw. Managementaufwand. Damit lassen sich die Vorteile des Lean Managements für Organisationen treffend zusammenfassen. Schlanke Prozesse sind weniger fehleranfällig und gleichzeitig effizienter. Alle innerbetrieblichen Fragestellungen orientieren sich nur an den Bedürfnissen des Kunden. Entbehrliche Prozesse werden frühzeitig identifiziert und gestrichen.

 

 

Welche Methoden kommen im Lean Management zum Einsatz?

Alle innerbetrieblichen Material- und Informationsketten sollten zu Beginn (durch spezielle Tools) visualisiert werden. Das schafft maximalen Überblick und die Möglichkeit, wertschöpfende von nicht-wertschöpfenden Prozessen zu unterscheiden. So wird die Produktionskette möglichst schlank gehalten. Als Faustformel gilt die 5S-Methode:

Die 5S-Methode:

1

Was habe ich überhaupt?

2

Was davon brauche ich?

3

Es wird nur behalten, was wirklich notwendig ist.

4

Bewährte Prozesse werden festgeschrieben und beibehalten.

5

Die nachweislich nützlichen Schritte werden konsequent beibehalten und weiterentwickelt.

Etwas anders drückt es der PDCA-Zyklus aus: Plan, Do, Check und Act. Prozesse werden geplant, durchgeführt, geprüft und anschließend als Standard festgeschrieben. Weitere Methoden des Lean Managements zielen auf agiles Arbeiten, Selbstreflexion und die Vermeidung menschlicher Fehler durch Schaffung technischer Voraussetzungen ab.

Plan Do Check Act

Wie lassen sich Kompetenzen des Lean Managements im Unternehmen aufbauen?

Vor dem Aufbau von Lean Management müssen alle Mitarbeiter genau informiert werden, worum es sich handelt und welche Vorteile erzeugt werden. Hierzu bietet sich das Durchführen von Workshops oder Schulungen mit Experten in der entsprechenden Abteilung an. Angesichts von Begriffen wie „Effizienzsteigerung“ oder „Verschlankung“ kommen evtl. Ängste auf. Diese müssen von der Unternehmensführung aktiv entkräftet werden. Ideal ist die Bildung einer sog. Pilotgruppe, bestehend aus Vertretern verschiedener Teams, die das Thema Lean Management und dessen positiven Auswirkungen in die jeweiligen Arbeitsgruppen hinein kommunizieren.

Lean Management sollte nicht sofort im gesamten Unternehmen, sondern nach und nach in einzelnen Abteilungen etabliert werden. Stets am Anfang steht die Trennung von wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten. Aber Vorsicht: Einige, auf den ersten Blick nicht direkt wertschöpfende Tätigkeiten, tragen zum Gesamtwert des Unternehmens bei und sind absolut unverzichtbar (z. B. das Recruiting).

Im weiteren Verlauf sind die Wertströme der einzelnen Teams zu visualisieren. Viele Unternehmen schätzen die etablierte Unterteilung der Produktionsschritte in die Attribute „Angefordert“, „In Bearbeitung“ und „Erledigt“. Die Produktionskette selbst wird durch Reduktion von Schnittstellen, Synchronisierung von Prozessschritten und frühzeitige Reaktion auf drohende Lieferengpässe verschlankt und effizienter gestaltet. Danach gilt es, sie permanent im Fluss zu halten (Pull-Prinzip). Die Produktion sollte auf jeden Fall erst dann gestartet/erhöht werden, wenn kundenseitig Bedarf besteht und unternehmensseitig ausreichend personelle Kapazitäten frei sind. Damit werden Überproduktionen und Pipeline-Effekte ebenso vermieden, wie Lieferschwierigkeiten an den Kunden.

 

 

Wie lässt sich Lean Management langfristig in Unternehmen etablieren?

Ist das Lean Management in den ersten Abteilungen implementiert, sollte dies weitergeführt und schließlich in die gesamte Organisation und Unternehmenskultur integriert werden. In dem Moment, in dem Lean Management nicht mehr als „neuartiges Konzept“, sondern als selbstverständlicher Teil des Betriebs wahrgenommen wird, war die Etablierung erfolgreich. Bis es soweit ist, müssen die Ergebnisse des Lean Management intensiv kommuniziert werden, damit die gesamte Belegschaft etwaige Verbesserungen auch dem neuen Konzept zuordnen kann. Implementierung und Etablierung von Lean Management sind aber nur dann von bleibender Wirkung, wenn das gesamte Team eine Dynamik ständiger Verbesserungen und Optimierungen entwickelt. Agilität und Interdisziplinarität sind hier wichtige Merkmale für diese Dynamiken. Schließlich gehört auch das zu den Grundpfeilern von Lean Management. Zudem ist es sinnvoll, eigens auf das Lean Management ausgerichtete Positionen im Unternehmen zu schaffen.